Auktion 842, Moderne Kunst, 28.05.2003, 10:30, Köln Lot 886

Hans Purrmann, Blumenstilleben mit Zinnien, Kresse und Gladiolen

Hans Purrmann, Blumenstilleben mit Zinnien, Kresse und Gladiolen, 1920er Jahre, Auktion 842 Moderne Kunst, Lot 886

Öl auf Leinwand 81,1 x 65,2 cm, gerahmt. Unten links schwarz signiert Purrmann sowie rückseitig auf der unteren Keilrahmenleiste mit Bleistift signiert Hans Purrmann.

Das Gemälde wird in das Werkverzeichnis Hans Purrmanns aufgenommen; im Purrmann-Archiv, Starnberg unter der Nr. 535 geführt

Wir danken Mechthild Purrmann für bestätigende Hinweise

Provenienz

Direkt vom Künstler erworben; seitdem in Familienbesitz

Das Blumenstilleben mit Zinnien, Kresse und Gladiolen ist in Langenargen während der zwanziger Jahre entstanden, die blaue Glasvase befindet sich noch heute im Besitz der Familie. Entgegen der Gestaltung unter Verwendung stark gemusterter Tücher und farbig gefaßter Keramikgefäße in anderen Werken, auch unter dem Einfluß von Henri Matisse während der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts und später in Italien entstanden, ist der Umraum bei dem vorliegenden Stilleben zugunsten des Blumenarrangements in Rotbraun und bläulichem Grau gehalten (vgl. Hans Purrman, Im Licht der Farbe, Ausst. Kat. Bremen 1995 (Gerhard-Marcks-Stiftung), Abb. S. 51, 74, 75). Auf diagonal verlaufender Tischplatte steht der beinahe in Aufsicht gegebene blaue Glaskrug, aus dem sich in kaskadenartiger Anordnung dem Betrachter Zweige mit orangefarbenen und gelben Blüten der Brunnenkresse entgegenranken. Violette und hellgelbe Gladiolen verspannen aufrecht das Arrangement dreidimensional und planimetrisch mit Raum und Bildformat. Die intensive Farbgebung ist harmonisch in den Komplementärkontrasten Orange-Blau und Gelb-Violett vor den Mischfarben Grau und Braun aufeinander abgestimmt. Der üppige, ornamental drapierte Strauß substituiert so als natürliches Gewächs die in anderen Stilleben verwendeten Artefakte.

"Den künstlerischen Zielen kommt die Gattung des Stillebens in besonderer Weise entgegen. Und so sind es, neben den Akten, vor allem die Stilleben, in denen Purrmann seine neu gewonnenen Vorstellungen von einem Bildganzen verwirklicht." (Martina Rudloff, Atelierstationen des Malers Hans Purrmann, in: ebenda, S. 76)

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