Karl Schmidt-Rottluff - Hockende Frau

Karl Schmidt-Rottluff

Hockende Frau
1913

Kreidezeichnung und Aquarell 33,1 x 43 cm signiert

Um 1912 und 1913 ist das Werk Karl Schmidt-Rottluffs besonders reich an Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden sowie Holzschnitten nach weiblichen Akten. Sie entstanden meist bei dem langen Aufenthalt in dem von Max Pechstein so empfohlenen Fischerdorf Nidden auf der Kurischen Nehrung, sind spontan eingefangen und erhalten dadurch etwas Rauhes: Strahlen sie doch nicht unmittelbar die Schönheit der Modelle aus, sondern fesseln mehr durch das überwältigend Elementare, das Karl Schmidt-Rottluff in einer nie zuvor erreichten schöpferischen Freiheit einzufangen verstand. In den Ölbildern des Jahres 1913 wird dies besonders deutlich durch die Verwendung orangefarbener und roter Töne für die Körper (mit denen auch die vorliegende Zeichnung koloriert ist), die damit einen außerordentlich lebhaften Kontrast zu den warmen Gelb- und Grüntönen der Vegetation bilden; der Name "rote Akte" hat sich dafür eingebürgert. Karl Schmidt-Rottluff erreichte mit diesen Bildern und Blättern einen bedeutenden Höhepunkt seiner Kunst.

Zertifikat

Mit einer schriftlichen Bestätigung von Gunther Thiem, Stuttgart vom 16.4.1994

Literaturhinweise

Will Grohmann, Karl Schmidt-Rottluff, Stuttgart 1956, mit Abb. S. 39

Lot 918 Dα

Schätzpreis:
20.000 €

Ergebnis:
18.880 €