Wassily Ermilov - Suprematistisches Relief

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Wassily Ermilov

Suprematistisches Relief
1920er Jahre

Holz, bemalt 61 x 35 cm - Mit geringfügigen Altersmängeln

"Ermilow ist einer der wichtigsten Protagonisten der Avantgarde in der Ukraine, die lange Zeit als Trabant Moskaus angesehen wurde. Ende der zwanziger Jahre blieb jedoch während der allmählich einsetzenden Lähmung der Avantgarde in den großen Städten neben Kiew auch Charkow aktives Avantgarde-Zentrum der UdSSR. Die in Charkow erschienene Zeitschrift 'Die neue Generation', in der u.a. Malewitsch und Matjuschin ihre Artikel veröffentlichten, war die letzte Publikation der Sowjetunion, die über die künstlerischeTätigkeit im Westen, z.B. über das Bauhaus, informierte. Ermilow befand sich im Zentrum dieser Aktivitäten. Seine Kunst stand ganz im Dienste seiner politischen Tätigkeit: Aufklärung und Kunst für das Volk. Dabei entwickelte er innerhalb des Konstruktivismus eine ästhetische Sprache von höchster Originalität; mit kargen typographischen Mitteln gelangen ihm wirkungsvolle Kompositionen." (Evelyn Weiss (Hg.), Russische Avantgarde im 20. Jahrhundert, Die Sammlung Ludwig, München 1993, S. 112).
1922 war Ermilow als Lehrer am Technischen Kunstinstitut, Charkow, tätig, welches er auch mitbegründet hatte. In diesem Jahr begann er mit seinen konstruktivistisch inspirierten Experimenten in den Holz- und Metallarbeiten. "Die von Malewitsch begründete suprematistische Bewegung gewann um 1922, als sie sich mit der gleichzeitig entwickelten und viel fundierter gebliebenen 'Stijl-Bewegung' der Holländer traf, eine große Bedeutung für die europäische Kunst. Durch Lissitzky und Moholy-Nagy gelangten diese Ideen ans 'Bauhaus'. [...] Malewitsch selbst besuchte 1926 das 'Bauhaus' und sein 1915 in Moskau publiziertes Buch 'Die gegenstandslose Welt' erschien 1927 als 'Bauhaus-Buch' in deutscher Übersetzung. Von diesem Sammelpunkt des modernen Denkens aus befruchtete diese neue Kunst die gesamte moderne Architektur, Gebrauchsgraphik und die Entwürfe der Industrie." (Werner Haftmann, Malerei im 20. Jahrhundert, München 1965, S. 228)

Zertifikat

Mit einer Expertise von Valery Dudakov, Moskau, vom 23.11.1989

Provenienz

Sammlung Yuri Alekseevich Ivakin, Kiew, in den 1970er Jahren; Barry Friedman, New York

Lot 940 Dα

Schätzpreis:
20.000 € - 30.000 €

Ergebnis:
22.610 €