August Macke - Akte am Wasser

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August Macke

Akte am Wasser
1913

Öl auf Papier 39,3 x 27,2 cm Nachlaßstempel

Das vorliegende Blatt ist nahezu unbekannt und damit von besonderem Interesse. Immer wieder ist man von der Vielgestaltigkeit von Mackes Oeuvre verblüfft.
Das Jahr 1913 verbrachte der Künstler zeitweise in Bonn und zeitweise in Hilterfingen am Thuner See. In jener Zeit schuf er eine Vielzahl von Aquarellen und Arbeiten in Mischtechnik auf Papier. Auch die „Akte am Wasser“ sind vermutlich am Thuner See und nicht in seinem Bonner Atelier entstanden. Das Motiv des weiblichen Aktes, entweder als Dreier- oder Vierergruppierung, taucht bei Macke immer wieder auf. Die Komposition lässt an Vorbilder in der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts denken. Diese war Macke durch eine vierwöchige Reise nach Paris im Jahre 1907 durchaus bekannt. Intensiv hatte er die Kunst des Impressionismus studiert, begeisterte sich für Manet, Monet, Pissaro und Renoir, um nur einige zu nennen.
Besonders reizvoll ist das Blatt, weil die Komposition zwar komplett angelegt, jedoch nicht ganzflächig farbig ausgefüllt ist. Der hell aufleuchtende Papiergrund ist zart in die Komposition miteinbezogen. Die auf das Wesentliche beschränkten Konturen der Akte sind miteinander verflochten und werden allein durch energische Hintergrundschraffuren hervorgehoben. Diese rufen eine Reflektion des Lichts und durch Hochschichtung der Komposition Scheinräumlichkeit hervor. Es entsteht ein Gefüge von ausdrucksvoller Dynamik, dem ein ausgeprägtes graphisches Element zu eigen ist. Auf Binnenmodellierung der Figuren wurde verzichtet. Ein weiteres Charakteristikum für Mackes Arbeiten jener Zeit ist, daß die Modelle nicht mit ganzem Körper dargestellt sind und vom Bildrand überschnitten werden.

Werkverzeichnis

Nicht bei Vriesen.

Zertifikat

Mündlich bestätigt von Ursula Heiderich, Syke; die Arbeit wird in die Neubearbeitung des Werkverzeichnisses der Gemälde aufgenommen

Provenienz

Stuttgarter Kunstkabinett (1949); Rheinische Privatsammlung

Ausstellung

Köln 1973 (Kunsthaus Lempertz), Auktion 535 Kunst des XX. Jahrhunderts, Los 437 mit Abb. Tafel 9

Lot 803 D

Schätzpreis:
60.000 € - 80.000 €

Ergebnis:
83.300 €