Emil Nolde - Rote Blüten

Emil Nolde - Rote Blüten - image-1
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Emil Nolde

Rote Blüten
Um 1925

Aquarell 34,5 x 48 cm Unten rechts signiert - Drei Ränder minimal unregelmäßig geschnitten

"Die Eigenart dieser Papiere gab Nolde die Möglichkeit [...] eine Technik zu entwickeln, in der gleichzeitig auch die zeichnerischen Elemente nicht vernachlässigt werden. Das Japanpapier wird angefeuchtet, beim Auftrag der Farben verfließen die Konturen, es bilden sich Ränder, Farbzentren oder Flecken. Jetzt hat es der Maler in der Hand, inwieweit er den Zufall bei der Arbeit am Bild beteiligt. Neben Flächen ohne linearen Umriß, neben den Farbfleck tritt Zeichnerisches, Form mit umgrenzten, festen Konturen. Die Vorgänge bedingen sich gegenseitig, sie beflügeln die Phantasie des Malers, der in der Beherrschung dieses Zusammenspiels von Auflösung und Begrenzung, fließender Bewegung und Festigung eine unvergleichliche Virtuosität erreichen wird." (Martin Urban, Emil Nolde. Blumen und Tiere, Köln 1980, S. 29)
Virtuos ist auch bei den "Roten Blüten" das Zusammenspiel des Farbtons Rot, von hellem Orange-Korallenrot in der Bildmitte zu einem beinahe himbeerfarbenen Rot, zu Rotviolett und Violett. Ohne Rücksicht auf die Zeichnung einzelner Blütenformen - so lassen sich auch ihre Namen nicht nennen -, bietet sich dem Auge beinahe ein durch die Summe der Pflanzengruppen gebildets 'Farbenmeer'. Komplementär dazu gesetzt in ihren tonalen Abstufungen sind verschiedene Grüntöne, kurz überspannt von mittleren Hellblau. Die Komposition erlangt durch die bis zum Bildrand sich erdehnende Blütenmenge eine große Geschlossenheit und eröffnet gleichsam zwei Möglichkeiten in der Motivdeutung zwischen einem Gartenbild einerseits und erinnert andererseits in seiner Fülle auch an farbprächtige Unterwasserlandschaften.

Provenienz

Ehemals Sammlung Dr. Richard Doetsch-Benzinger, Basel; Stuttgarter Kunstkabinett, 35. Auktion 1960, Lot 465, S. 198 mit Abb.; Privatbesitz Süddeutschland
1910 verwendete Emil Nolde zum ersten Mal Japanpapier für seine Aquarelle.

Lot 317 D

Schätzpreis:
120.000 € - 140.000 €

Ergebnis:
166.600 €