Gerhard Richter - Pyramide

Gerhard Richter

Pyramide
1983

Öl auf Leinwand. 100 x 70 cm. rückseitig signiert

"Abstrakte Bilder sind fiktive Modelle, weil sie eine Wirklichkeit veranschaulichen, die wir weder sehen noch beschreiben können, auf deren Existenz wir aber schließen können. Diese bezeichnen wir mit Negativbegriffen: das Nicht-Bekannte, Un-Begreifliche, Un-Endliche, und sie schilderten wir seit Jahrtausenden in Ersatzbildern mit Himmel, Hölle, Göttern und Teufeln. - Mit der abstrakten Malerei schufen wir uns eine bessere Möglichkeit, das Unanschauliche, Unverständliche anzugehen, weil sie in direktester Anschaulichkeit, also mit allen Mitteln der Kunst 'nichts' schildert. Gewohnt, etwas Reales auf Bildern zu erkennen, weigern wir uns mit recht, nur Farbe (in aller Mannigfaltigkeit) als das Veranschaulichte anzusehen und lassen uns statt dessen darauf ein, das Unanschauliche zu sehen, das was vordem nie gesehen wurde und was nicht sichtbar ist. Das ist kein kunstvolles Spiel sondern Notwendigkeit; weil alles Unbekannte uns ängstigt und gleichzeitig hoffnungsvoll stimmt, nehmen wir die Bilder als Möglichkeit, das Unerklärliche vielleicht etwas erklärlicher, auf jeden Fall aber umgänglicher zu machen." (Gerhard Richter in: documenta 7, Band 1, S.84-85)

Werkliste

522-2

Provenienz

Galerie Orangerie-Reinz, Köln; Privatsammlung, Deutschland

Ausstellung

Luxembourg 2001 (Deutsche Bank), Gerhard Richter, Werke aus den Beständen der Deutschen Bank und aus Privatbesitz

Lot 846 D

Schätzpreis:
350.000 €

Ergebnis:
559.300 €