Auktion 903, Alte Kunst (900 C), 19.05.2007, 10:30, Köln Lot 1036

Lucas Cranach d. J., Umkreis, EPITAPH FÜR DEN 1562 VERSTORBENEN FRANZ THIM

Lucas Cranach d. J., EPITAPH FÜR DEN 1562 VERSTORBENEN FRANZ THIM, Auktion 903 Alte Kunst (900 C), Lot 1036
Lucas Cranach d. J., EPITAPH FÜR DEN 1562 VERSTORBENEN FRANZ THIM, Auktion 903 Alte Kunst (900 C), Lot 1036
Lucas Cranach d. J., EPITAPH FÜR DEN 1562 VERSTORBENEN FRANZ THIM, Auktion 903 Alte Kunst (900 C), Lot 1036
Lucas Cranach d. J., EPITAPH FÜR DEN 1562 VERSTORBENEN FRANZ THIM, Auktion 903 Alte Kunst (900 C), Lot 1036

(1527 im Bürgerbuch der Stadt Weimar nachgewiesen). Auf dem wohl vor 1562 entstandenen Mittelbild Christus als Sieger über Tod und Teufel, darunter das Stifterpaar mit seinen Kindern (die Mehrzahl der Kleinkinder als bereits verstorben ausgewiesen) und das Allianzwappen. Auf den um 1570, nach dem Tod der Ehefrau und Mutter, entstandenen Flügeln die erwachsenen Kinder des Ehepaares Thim sowie erklärende Schrifttafeln in manieristischem Rollwerkornament. Auf den Außenseiten der Flügel links das Wappen des Todes mit einem Stundenglas als Helmzier, rechts zum Jüngsten Gericht blasende Skelette, darüber Tafeln mit umfangreichen Inschriften. Die Rahmung im Renaissancestil 19./20. Jahrhundert.

Öl auf Holz. Mittelbild H 100; B 86 cm. Flügel H je 86; B je 44 cm.

Zertifikat

Wir danken Herrn Dr. Jens Riederer vom Stadtarchiv Weimar und Herrn Dr. Kurt Löcher, Köln, für ihre freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Bildes.

Es handelt sich um ein interessantes Beispiel für die protestantische Ikonographie im thüringischen Kernland der Reformation. - Möglicherweise stammt das Triptychon von Veit Thiem, einem Sohn des Franz Thim; er war Schüler oder Werkstattgehilfe bei Lucas Cranach d. J. Veit Thiem malte 1572 den linken Innenflügel des Cranach-Altars in der Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul; außerdem sind von seiner Hand Epitaphien in Eisleben, Erfurt und Leipzig nachweisbar. Es liegt nahe, dass Veit Thiem das Epitaph für seinen Vater selbst gemalt hat. Das Mittelbild befand sich offenbar bereits vor dem Tod des Franz Thim in der Familie, während die Flügel einige Jahre später von den Kindern in Auftrag gegeben wurden, um daraus ein Epitaph für die verstorbenen Eltern zu machen. - Leider konnte trotz guter Überlieferungslage das Epitaph in keiner der Weimarer Kirchen nachgewiesen werden. Möglicherweise wurde es für das Privathaus der Familie Thim geschaffen.

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