Auktion 910, Moderne Kunst, 28.11.2007, 00:00, Köln Lot 154

Alexej von Jawlensky, Landschaft mit rotem Dach - Wasserburg

Alexej von Jawlensky, Landschaft mit rotem Dach - Wasserburg, 1906, Auktion 910 Moderne Kunst, Lot 154

Öl auf Malkarton 48,9 x 52,4 cm, gerahmt. Unten rechts schwarz signiert A. Jawlensky. - Rückseitig oben links mit dem bedruckten Galerieaufkleber der Galerie Hans Goltz, München, darin handschriftlich beschriftet "Gemälde Jawlensky Häuser" und mit "P 87" bezeichnet; direkt auf dem Malkarton von fremder Hand in Sütterlin beschriftet "No. 48" und "bleibt hier" (auf dem Kopf stehend) sowie oben mittig mit 2 übereinandergeklebten Papieretiketten: ein gestempelter bzw. maschinenschriftlicher Aufkleber "Neues Museum Gemäldegalerie Wiesbaden", u.a. mit Titel und Inventarnummer "Landschaft mit rotem Dach Inv. Nr. 880; M 389" versehen.

M. Jawlensky, L. Pieroni-Jawlensky, A. Jawlensly 145; Weiler 514

Provenienz

Galerie für Neue Kunst, Hans Goltz, München (rückseitiger Aufkleber); Neues Museum, Gemäldegalerie Wiesbaden (rückseitiger Aufkleber) (1952); Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf (1961); ehemals rheinischer Privatbesitz; Privatbesitz Süddeutschland

Ausstellungen

Wiesbaden 1954 (Neues Museum), A. Jawlensky, Nr. 10; Wiesbaden 1956/1957 (Städtisches Museum), Kunstwerke aus Galeriebesitz, Nr. 24; Düsseldorf 1961 (Galerie Wilhelm Grosshennig), Sonderausstellung Alexej von Jawlensky, anläßlich des 10jährigen Bestehens in Düsseldorf, o. Kat. Nr. (unverkäufliche "Leihgabe"); Wasserburg 1979 (Ganserhaus), Vom Abbild zum Urbild, Nr. 8 mit Abb. S. 32

Literatur

Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, Nr. 514 mit Abb. S. 262 ("Landschaft mit rotem Dach"); Gottlieb Leinz (Hg.), Aussst. Kat. Alexej Jawlensky, Vom Abbild zum Urbild, Galerie im Ganserhaus, Wasserburg 1979, Nr. 8 mit Abb. S. 32 ("Landschaft mit rotem Dach, Wasserburg am Inn", nicht ausgestelltes Werk, da "Standort unbekannt"), vgl. S. 30 ff., S. 53 ff.

Vor dem Murnauer Aufenthalt verbrachten Jawlensky und Werefkin 1906 die Sommer- und Herbstmonate in Wasserburg, hier entstanden vorwiegend Landschaften, die "auf einer Grenze" stehend (Clemens Weiler) einen entscheidenden stilistischen Wandel einleiten (vgl. Gottlieb Leinz, "Jawlenskys Aufenthalt in Wasserburg 1906/07" bzw. "Themen u. Motive in Alexej Jawlenskys Werk", in: Ausst. Kat. Wasserburg 1979, op. cit., S. 25 ff., S. 53 ff.).

"Erste vorläufige Ergebnisse auf der Suche nach dem reinen Farbklang finden sich in den Landschaftsstudien, die während des Aufenthaltes in Füssen entstanden [...]. Hier sowie in den anschließenden Wasserburger Arbeiten von 1906 [...] wird die leuchtende Farbe in kurzen und breiten wechselnden Pinselstrichen aufgetragen. Das Kolorit verdichtet sich je nach Tageszeit zu einem einheitlichen Gesamtton, um als Stimmungsträger zu wirken [...]. Dichte Flächen und dunkle Konturen werden noch gemieden. Der äußere Natureindruck und die innere Anteilnahme sollten sich in einer künstlerischen Synthese zur 'großen Form' vereinen." (Leinz, 1979, op. cit., S. 56/57).

Im vorliegenden Gemälde aus Privatbesitz, das lange Zeit der Öffentlichkeit zur Beurteilung entzogen gewesen ist, erweist die spezifische Farbanlage und Kombination der Farben schon einen hohen Abstraktionsgrad gegenüber dem Landschaftsmotiv.

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