Gonzales Coques - BILDNIS EINER DAME (NACH ANTONIS VAN DYCKS BILDNIS DER BÉATRICE DE CUSANCE)

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Gonzales Coques

BILDNIS EINER DAME (NACH ANTONIS VAN DYCKS BILDNIS DER BÉATRICE DE CUSANCE)

Dieses Bildnis galt lange Zeit als eine Replik Antonis van Dycks von seinem Bildnis der Lucy Percy, Countess of Carlisle. Marion Lisken-Pruss hat es nun als ein Werk des Gonzales Coques identifiziert und wird es als solches in das Gesamtwerkverzeichnis aufnehmen.
Sie sieht in dieser Tafel ein Musterbildnis, das Coques für sich und seine Werkstatt geschaffen hat, um bei seinen Aufträgen auf das Schema der in ganz Europa als mustergültig erachteten ganzfigurigen Repräsentationsbildnisse Antonis van Dycks zurückgreifen zu können.
Lisken-Pruss weist darauf hin, dass weniger van Dycks Bildnis der Countess of Carlisle als unmittelbares Vorbild gedient hat als vielmehr jenes der Béatrice de Cusane, Princess de Cantecroix. Tatsächlich gleicht unser Gemälde diesem in der Haltung der Dargestellten sowie der architektonischen Gestaltung des Hintergrundes ziemlich genau, wohingegen es zahlreiche Unterschiede zum Bildnis der Lady Carlisle aufweist, vor allem in Bezug auf die Farbe des Gewandes und die Säule als dominantem architektonischen Element.
Gonzales Coques hielt sich zwischen 1635 und 1639/40 wiederholt in England auf, in jener Zeit also, in der Antonis van Dyck vor allem als Bildnismaler am Englischen Hof große Erfolge feierte. Da Coques bereits 1629 in Antwerpen Bekanntschaft mit van Dyck machte und wohl auch in dessen Atelier tätig war, können wir davon ausgehen, dass er auch in England unmittelbaren Zugang zu dessen Werken hatte. Unser Gemälde ist ein weiteres Zeugnis dieses unmittelbaren Einflusses von Dyck auf Gonzales Coques.

Wir danken Frau Dr. Marion Lisken-Pruss für die freundliche Hilfe bei der Katalogisierung dieser Tafel.

Lot 1022 Dα

Schätzpreis:
5.000 € - 6.000 €