Francesco Primaticcio, zugeschrieben
DIANA UND EINE DREIGESICHTIGE HEKATE BEKRÄNZEN PEGASUS
Feder in Braun. 25 x 20 cm.
Auf geripptem Papier. Wasserzeichen: Anker im Kreis und Stern. Dieses stammt aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts (siehe G. Piccard: Wasserzeichen Anker, Stuttgart 1978, V).
Motivisch und stilistisch ist diese Zeichnung der sogenannten Schule von Fontainebleau zuzuordnen und der Kunst am Hofe von Franz I. von Frankreich. Prägend wirkten in diesem Kreis die italienischen Maler Primaticcio und Rosso Fiorentino, die den Stil und das Dekorationsprogramm von Schloss Fontainebleau entwarfen. Als Vorlage dienten ihnen Homers Odyssee und die Metamorphosen des Ovid. Sowohl im Ballsaal als auch in der "Galerie d´Ulisse" war jeweils ein Parnass mit Pegasus zu sehen. Unser Blatt hat Ähnlichkeit mit Primaticcios Entwurf "Omphale und Herkules" 1535 (Wien, Graphische Sammlung Albertina, Inv. Nr. 1977) ebenso wie mit einer durch einen Stich überlieferten Komposition Rossos (beide abgebildet im Ausstellungskatalog Hamburg 1993, S. 195).
Ungewöhnlich bei dieser Komposition ist die Verbindung von Pegasus mit Diana und Hekate (Ovid, Metamorphosen VII und XVI).
Literaturhinweise
Ausstellungskatalog: Pegasus und die schönen Künste, Hamburg 1993, S. 193-194, Nr. IV.2.
Ausstellung
Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg 1993.