Hans Thoma - SPÄTSOMMERTAG IM SCHWARZWALD

Hans Thoma

SPÄTSOMMERTAG IM SCHWARZWALD

Öl auf Leinwand (doubliert). 87 x 112 cm.
HT (ligiert) 92.

"Ruhige Zustände beharrlichen Friedens." Mit diesen Worten bezeichnete Hans Thoma seine Frankfurter Zeit, die von 1876 bis 1899 dauerte. Für seinen Freund und Förderer Henry Thode, dem damaligen Direktor des Städels, war dieser Lebensabschnitt "ein künstlerisches Schaffen von unerhörter Fruchtbarkeit und Universalität". In dieser glücklichen, reifen Zeit entstand die vorliegende Landschaft, in der geradezu die Essenz seiner künstlerischen Vorstellungen zum Ausdruck kommt. Hans Thoma suchte das feste Verwachsensein mit seiner Heimat in Verbindug zu bringen mit seiner inzwischen erreichten, tiefen Kenntnis der großen Landschaftsmalerei seiner Zeit. 1868 hatte er während eines Aufenthaltes in Paris die Werke von Courbet und der Maler von Barbizon kennengelernt, danach war er in München Böcklin und Leibl begegnet, mit denen er zeitlebens freundschaftlich verbunden blieb. In Hans Thomas besten Werken schimmern die Einflüsse dieser Maler durch. Seine späten Landschaften aus dem Schwarzwald, der Mainebene und dem Taunus besitzen eine seltene tektonische Klarheit und Gesetzmäßigkeit des Bildaufbaus, die sie zu den bedeutendsten Landschaftsbildern in Deutschland erheben.
Hans Thoma stammte aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater arbeitete als Holzarbeiter im Schwarzwald, während seine Mutter aus einer Kunsthandwerkerfamilie kam. Ihr Sohn Hans war zunächst Autodidakt. Mit dreißig Jahren wurde er in der Karlsruher Kunstschule aufgenommen. Hier war Johann Wilhelm Schirmer sein Lehrer.

Provenienz

Kunsthandlung J. P. Schneider Frankfurt (vor 1909).

Literaturhinweise

H. Thode (Hg.): Thoma. Des Meisters Gemälde, Stuttgart und Leipzig 1909, S. 351, Abbbildung.

Lot 1332

Schätzpreis:
25.000 € - 35.000 €

Ergebnis:
21.600 €