Auktion 943, Moderne Kunst, 28.05.2009, 16:00, Köln Lot 192

Hans Purrmann, Blick auf Gentilino

Hans Purrmann, Blick auf Gentilino, 1950, Auktion 943 Moderne Kunst, Lot 192
Hans Purrmann, Blick auf Gentilino, 1950, Auktion 943 Moderne Kunst, Lot 192
Hans Purrmann, Blick auf Gentilino, 1950, Auktion 943 Moderne Kunst, Lot 192
Hans Purrmann, Blick auf Gentilino, 1950, Auktion 943 Moderne Kunst, Lot 192

Öl auf Leinwand 61,2 x 73 cm, gerahmt. Unten rechts schwarzbraun signiert H. Purrmann. - Rückseitig auf dem Keilrahmen mit verschiedenen maschinenschriftlichen und gedruckten Adressaufklebern versehen.

Lenz/Billeter 1950/04; im Archiv unter Nr. 1361 geführt

Provenienz

Sammlung Dr. H. Max; Privatsammlung Rheinland

Gentilino liegt etwas im Landesinneren unweit von Montagnola am Luganer See. Nach Montagnola war Hans Purrmann 1944 gezogen, ab 1948 wohnte er in der Casa Camuzzi, in der zuvor Hermann Hesse gewohnt hatte.

"Das Tessin mußte für Hans Purrmann wie für jeden anderen eine Art Italien sein, hinsichtlich des Klimas, der Vegetation, der Sprache, der Kultur überhaupt - wegen des Verlustes von Florenz zwar eine Notlösung, aber unter diesen Umständen wohl die beste. Purrmann malte sogleich die nähere Umgebung, etwa mehrere Bilder von der Kirche von Castagnola oder des Roten Hauses in Montagnola, den Garten beim Hotel Bellevue oder später von der Casa Camuzzi den Blick gegen Agno, auch nach Lugano und Gentilino hin. Bei diesen Landschaften machen sich die stärker wechselnden Jahreszeiten bemerkbar. Sie sind nicht mehr alle im gleichmäßig hellen Licht des Südens mit entsprechender Vegetation gemalt, sondern Herbst und Winter kommen [...] in eigenen schönen Bildern zur Geltung." (Christian Lenz, in: Ausst. Kat. Hans Purrmann. "Im Kräftespiel der Farben", Tübingen/Saarbrücken/Schloß Gottorf-Kloster Cismar 2006, S. 37 f.)

Bei dem angebotenen Gemälde handelt es sich um eine Frühlingslandschaft; die blühenden Bäume im Vordergrund korrespondieren in ihrer weißen Farbgebung zu den Schneekuppen der Berge im Bildhintergrund. Der Blick fällt auf das Dorf Gentilino mit der Kirche San Abbondio, auf deren Friedhof Herrmann Hesse seine letzte Ruhestätte hat. Die Farbgebung zeugt bereits von frisch sprießendem Grün der Wiesen, zu der sich das kräftige Rot der Dächer in schönen Komplementärkontrast stellt. Doch scheint das Licht noch winterlich verschleiert und taucht die Bergzüge in zart neblige Blau-Violettöne.

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