Auktion 962, Moderne Kunst, 02.06.2010, 00:00, Köln Lot 538

Otto Modersohn, Frühling im Quelkhorner Moor

Otto Modersohn, Frühling im Quelkhorner Moor, 1928, Auktion 962 Moderne Kunst, Lot 538

Öl auf Leinwand 57,4 x 74,8 cm, gerahmt. Unten rechts dunkelblau signiert und datiert O Modersohn 28. - Die Leinwand rückseitig im Keilrahmenausschnitt rotbraun überstrichen, nach Auskunft des Modersohn Archivs eine Bemalung der frühen 1920er Jahre überdeckend (Wümmeufer mit Büschen, Bäumen und Enten auf der Wümme).

Wir danken Rainer Noeres, Otto Modersohn-Museum Fischerhude, für einordnende, die Authentizität bestätigende Auskünfte.

Provenienz

Tille Modersohn; Geschenk an den Vorbesitzer, seitdem in Familienbesitz

Das eher profane Bildthema einer Torflandschaft im Hochmoor bei Fischerhude ist hier von ungewöhnlicher, strahlender Farbigkeit. Rainer Noeres lokalisierte das Motiv: "Das Moorbild zeigt den Torfabbau im Quelkhorner Moor. Im Hintergrund die Quelkhorner Mühle mit dem Mühlenberg. Wie es scheint, malte Otto Modersohn mit Wurm'schen Temperafarben."

Diese Öltempera hatte wohl auch Paula Modersohn-Becker in den meisten ihrer Gemälde verwandt. Hier erzeugen sie mit ihrem intensiven matten Farbglanz eine sehr frische, naturnahe Atmosphäre, die nichts von der Schwere und Düsternis einer Moordarstellung hat, - war doch das Torfstechen als Erwerbsquelle für die Dorfbewohner früher eine manuelle Schwerstarbeit.

Figur und Mühle sind inmitten von lichtem Baumgrün vor einen tiefblauen Himmel an den Horizont gerückt. Im Vordergrund öffnet sich die große Torfgrube, zur Seite schichten sich in großen braunroten Kuben die getreppten, massigen Torfwälle. Die Grube ist blütenübersät. Das lockere getupfte Weiss kontrastiert besonders schön zum dunklen Erdreich und korrespondiert zum lichten Ton der Birkenstämme, zur Haube der Bäuerin und den leichten, wie vom Wind verwehten Kehrwolken in der Himmelspartie.

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