Karl Schmidt-Rottluff - Blumenstilleben

Karl Schmidt-Rottluff

Blumenstilleben
1923

Aquarell über Bleistift 51 x 35,6 cm

Groß und das Bildformat zur Gänze füllend ist ein üppiger Feldblumenstrauß in einer figürlich dekorierten Vase auf rot schattiertem Grund gegeben. Interessanterweise ist der Hintergrund in verschieden blaue Kompartimente geteilt, wodurch das Motiv umso lebendiger wird. Noch ist das Dargestellte nicht mit den späterhin bei Schmidt-Rottluff so typischen schwarzen Konturen versehen, so daß die Blütenköpfe locker zu einem duftigen Bouquet arrangiert wirken. Im Entstehungsjahr des "Blumenstillebens" fährt Schmidt-Rottluff mit den beiden Bildhauern Georg Kolbe und Richard Scheibe zum ersten Mal nach Italien. Die Majolica-Vase, ein typisch süditalienischer kunstgewerblicher Gebrauchsgegenstand, mag Schmidt-Rottluff aus Süditalien mitgebracht oder das Aquarell während seines Aufenthalts dort gemalt haben.
"(...) seit etlichen Tagen sitzen wir nun endlich in Capri - ganz benommen von diesem unglaublichen Land, das sich Italien nennt, und ich versuche so langsam zur Besinnung zu kommen," schreibt er an Wilhelm Valentiner (zit. nach: Susanne Anna (Hg.), Karl Schmidt-Rottluff. Malerei und Grafik, Bestandskatalog I der Städt. Kunstsammlungen Chemnitz, Chemnitz 1993, S. 334).
Die Italienreise bedeutet einen Wendepunkt im Schaffen Schmidt-Rottluffs, wie sich auch bei dem angebotenen "Blumenstillelben" zeigt.
"In der Kunst Karl Schmidt-Rottluffs vollzieht sich eine tiefgehende Wandlung. Er wendet sich von der flächenverhafteten Gestaltungsweise der vorhergehenden Jahre ab und hin zu einer Darstellungsform, die die haptischen Qualitäten der dinglichen Welt akzentuiert [...]." (Karl Brix, in: Susanne Anna 1993, op.cit., ebenda)

Zertifikat

Das Werk wurde im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Brücke-Museum, Berlin, neu registriert.

Provenienz

Privatsammlung München

Lot 584 D

Schätzpreis:
38.000 € - 40.000 €

Ergebnis:
72.000 €