Marino Marini - Small Juggler (Piccolo Giocoliere)

Marino Marini - Small Juggler (Piccolo Giocoliere) - image-1
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Marino Marini

Small Juggler (Piccolo Giocoliere)
1953

Bronzeplastik, partiell farbig gefasst Höhe 45,2 cm Auf der Plinthe mit dem Monogrammstempel versehen M.M. Exemplar 6/6 einer Gesamtauflage von 7. Ex. 6/6 - Mit bräunlich-golden schimmernder Patina und teils weißer, schwarzer und grünlicher Bemalung.

Es handelt sich bei dieser für das Spätwerk charakteristischen Plastik um den sechsten, bei Lazzaro noch als verschollen aufgeführten Guss. Der "Kleine Jongleur" ist eine von insgesamt neun Statuetten, die Marini als Theaterfigurinen konzipiert hatte. Dabei weist der Oberkörper eine dezente Bemalung mit vertikalen weißen, schwarzen und grünen Streifen auf. Die dunkle Patina hat der Künstler linear partiell aufgeritzt, um den bronzefarben glänzenden Untergrund hervorscheinen zu lassen.
Durch die Strukturierung der Oberfläche wird die Plastik sinnlich aufgelockert, sie verliert jegliches Gefühl von Schwere. Das Thema des Jongleurs, aber auch anderer Zirkusfiguren, die wie Akrobaten, Tänzer und Reiter mit dem Gleichgewicht des menschlichen Körpers arbeiten, tauchen im kompletten Oeuvre des Künstlers immer wieder auf. Anmutig wird der Jongleur präsentiert, in vollendeter Ausgewogenheit und mit wahrnehmbarer Körperspannung. Minimale Abweichungen bezüglich der Form und der Größe des Gusses sind für Marinis Werk typisch.
Museumsexemplare befinden sich heute in den Staatlichen Museen Preussischer Kulturbesitz/Nationalgalerie Berlin sowie im Museo Marini, Galleria Arte Moderna, in Mailand. Bei letzterem könnte es sich um den nicht numerierten siebten Guss handeln, der sich laut San Lazzaro in der Sammlung Marino Marini, Mailand, befand. Die weiteren Exemplare befinden sich laut der Fondazione Marino Marini in Privatbesitz.

Lot 32 der Abendauktion am 3. Dez. 2010, 19 Uhr

Werkverzeichnis

San Lazzaro 300. Fondazione Marino Marini 382

Provenienz

Hauswedell und Nolte, Auktion 249, Hamburg 1983, Los 934; seitdem norddeutscher Privatbesitz

Literaturhinweise

Jiri Setlik, Marini, Prag 1966, mit Abb. 41; Giovanni Carandente, Marino Marini. I Maestri della scultura, Mailand 1966, mit Abb. IX; Abraham M. Hammacher, Marino Marini Sculptures, paintings, drawings, New York 1970, mit Abb. 202; Patrick Waldberg, Herbert Read, Gualtieri di San Lazzaro, L'oeuvre complète di Marino Marini, Paris 1970, Nr. 300, S. 156f.; Carlo Pirovano, Marino Marini - Scultore, Mailand 1972, Nr. 305 mit Abb. 57 - 61; Mercedes Precerutti Garberi, Marino Marini alla Galleria d'Arte Moderna di Milano, Mailand 1973, S. 14; Kat. Omaggio a Marino Marini, XX. Siecolo, Mailand 1974, S. 55; Anna Nerse Szinyei, Marini, Budapest 1977, mit Abb. 27; Mercedes Precerutti Garberi, Marino Marini, Guida al Museo - Galleria d'Arte Moderna, Mailand 1984, S. 30; Kat. Marino Marini - Impressioni di Lorenzo Papi, Ivrea 1987, o.S.; Giovanni Iovane, Marino Marini, Mailand 1990, S. 70, 73; Marco Meneguzzo, Marino Marini - Il Museo alla Villa Reale di Milano, Mailand 1997, mit Abb. 14

Ausstellung

New York 1953 (Curt Valentin Gallery), Marino Marini, mit Abb. Nr. 16; London 1956 (The Hanover Gallery), Marino Marini sculpture and drawings, mit Abb. Nr. 20; New York 1958 (Pierre Matisse Gallery), Marini - Sculptures and Paintings, S. 78; Zürich 1962 (Kunsthaus), Marino Marini, Nr. 78; Rom 1966 (Palazzo Venezia), Mostra di Marino Marini, S. 42 mit Abb.; Siena 1982 (Palazzo Publico), Marino Marini, mit Abb. Nr. 18; Arles 1995 (Museo Réattu), Marino Marini - sculptures et dessins, S. 33, 101

Lot 32 Dα

Schätzpreis:
60.000 € - 70.000 €

Ergebnis:
76.800 €