Ludwig Richter - GEWITTERSTIMMUNG

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Ludwig Richter

GEWITTERSTIMMUNG

Öl auf Holz. 33,5 x 51 cm.
L. Richter 1836.

Zur Jahreswende 1836/1837 wurde im Dresdener Kunstverein eine Austellung mit Werken von Malern der Düsseldorfer Schule gezeigt, die an der Elbe für großes Aufsehen sorgte - auch bei Ludwig Richter. In einem Brief vom 5. Februar 1837 an Wilhelm von Kügelgen schreibt er: "Das Betrachten der Landschaften von Schirmer, Koekkoek und Pose hat mir übrigens ein Licht ausgesteckt über eine Betrachtungs- und Auffassungsweise der Natur, wofür ich gar sehr dankbar bin; ich habe auch auf frischer Tat ein Bildchen gemalt: ein kleiner Bach unter Erlen, dessen Kiesgrund die liebe Sonne durchscheint, dass man die Fische darin schwimmen sieht. Kinder im Hintergrunde, die Krebse suchen. Es ist doch anders, auch in der Behandlung, wie früher." (Richter 1909, op. cit., S. 729). Mit "Bildchen" meint Ludwig Richter, wie Spitzer und Bischoff vermuten, unser Bild, dessen Verbleib zum Zeitpunkt der Ausstellung zum 200. Geburtstag 2003 in Dresden und München nicht bekannt war. Die "andere Art" erläutert Richter in dem erwähnten Brief noch genauer: "Anstatt auf Linien, will ich zum Sommer mehr auf den Effekt, auf die Stimmungen der Natur achten, das Pulsieren des Naturlebens besser belauschen, und das mehr darzustellen trachten, weil darin, wie ich jetzt leider erst empfunden, die rechte Naturpoesie steckt."

Provenienz

1837 Ankauf durch den Sächsischen Kunstverein, durch Verlosung an dessen Mitglied Carl Reichsgraf zu Salm-Reifferscheid, Hainsbach. - 1888 versteigert aus dem Besitz von Altgraf Franz zu Salm-Reifferscheid, Prag, durch E. A. Fleischmann, München. - Um 1906 Kunsthandlung Pietro del Vecchio, Leipzig. - Freiherr von Pentz, Schloss Brandis bei Leipzig. - 1931 Dr. Heinsius von Mayenburg, Dresden. - Vor 1937 an dessen Witwe Rose Heinsius von Mayenburg, Schloss Eckberg an der Elbe, Dresden. - Familie Henkel, Dresden. - Deutscher Privatbesitz.

Literaturhinweise

Ludwig Richter: Lebenserinnerungen eines deutschen Malers. Selbstbiographie nebst Tagebuchniederschriften und Biefen, hg. von Heinrich Richter, mit einer Einleitung von Ferdinand Avenarius, Leipzig 1909, S. 729. - Karl Josef Friedrich: Die Gemälde Ludwig Richters, Berlin 1937, S. 56, Nr. 53, Abb. 82. - Gerd Spitzer und Ulrich Bischoff (Hg.): Ludwig Richter. Der Maler, Ausstellungskatalog Dresden - München 2003/2004, S. 197/198 mit Abb.

Ausstellung

Königliche Nationalgalerie, Berlin 1906: Ausstellung Deutscher Kunst aus der Zeit von 1775 - 1875. Katalog hg. v. Vorstand der deutschen Jahrhundertausstellung, Kat. Nr. 1425 a mit Abb.

Lot 1437 Dα

Schätzpreis:
200.000 € - 220.000 €

Ergebnis:
471.900 €