Endlich wiedervereint: Koerbeckes getrennte Altartafeln kommen zur Auktion
Spätgotische Parabel
Eine beidseitig bemalte Tafel von Johann Koerbecke aus dem Kloster Marienfeld wurden vor rund 90 Jahren in zwei Tafeln gespalten. Nun finden sie bei Lempertz wieder zueinander. Die Gemälde dieses bedeutenden Meisters der Westfälischen Spätgotik werden Hauptlose der Auktion am 21. November.


Das kleine Städtchen Marienfeld im heutigen Kreis Gütersloh ist heute vor allem durch ein Meisterwerk der Westfälischen Spätgotik vielen ein Begriff. Johann Koerbecke (um 1420-1491) schuf hier mit dem Marienfelder Altar für das Zisterzienser Kloster eines der bedeutendsten Werke seiner Epoche in der Region. Nach der Aufhebung des Klosters 1803 wurden die Kunstschätze sprichwörtlich auf die Straße geworfen. Die meisten Tafeln des bedeutenden Altars befinden sich heute im nahegelegenen Westfälischen Landesmuseum in Münster, andere sind im Art Institute of Chicago, der National Gallery in Washington, dem Museo Thyssen Bornemisza in Madrid und vielen weiteren bedeutenden Häusern in Deutschland und der Welt. Aus einem zweiten, kleineren Retabel dieser Abtei gelangte ein beidseitig bemalter Altarflügel in die Sammlung des Arztes, Reformers und Kunstkenners Alexander Haindorf (1784-1862). Unter dem Druck der nationalsozialistischen Verfolgung wurde dieses Bild durch den Kunsthändler Dr. Max Stern in Düsseldorf leider gespalten und in Vorder- und Rückseite getrennt verkauft. So trennten sich für Jahrzehnte auch die Wege der jetzt zwei Tafeln. Die Verkündigungsszene ging über weitere Stationen an KOLUMBA, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Von dort aus kommt jetzt es zu Lempertz in die Auktion. Die Vision des Heiligen Bernhard ging über einen weiteren Händler in die Bayerische Staatsgemäldesammlung. Viele Jahre war es auch in der Neuen Residenz Bamberg zu sehen.
Ob sie getrennt bleiben oder durch die Auktion wieder zueinander finden, entscheidet sich am 21. November.
Beide Museen haben den jüdischen Familien der rechtmäßigen Erben die Bilder restituiert. So finden die Vorder- und die Rückseite des Meisterwerkes von Johann Koerbecke bei Lempertz wieder zueinander. Die Tafeln werden in der Auktion Alte Meister mit einem Schätzpreis von jeweils 200.000 bis 250.000 Euro aufgerufen. Ob sie getrennt bleiben oder durch die Auktion wieder zueinander finden, entscheidet sich am 21. November.
Auktionsdaten
Auktion
Vorbesichtigung
Vernissage
29.10.2026, 18–21 Uhr
Vorbesichtigung
30.–31.10.2026, 11–17 Uhr
MÜNCHEN
Vernissage
09.11.2026, 18–21 Uhr
Vorbesichtigung
10.–11.11.2026, 10–18 Uhr
KÖLN
Matinée
14.11.2026 (Uhrzeit folgt)
Vorbesichtigung
14.–21.11.2026
Katalog
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