Lempertz vermittelt Goudstikker-Restitution

Die Tageszeitung Die WELT berichtete am 18. April 2020 über einen von Lempertz erfolgreich vermittelten Restitutionsfall.

 

Im vergangenen Jahr wurde dem Kölner Auktionshaus Lempertz der Tondo „Madonna in Anbetung des Jesuskindes“ aus dem Umkreis des Florentiner Malers Lorenzo di Credi angeboten. Da auf der Rückseite des Bildes ein rotes Lacksiegel der Amsterdamer Galerie Goudstikker entdeckt wurde, stellte das Auktionshaus weitere Recherchen zur Herkunft des Rundgemäldes an. Obwohl es noch nicht in der Lost-Art-Datenbank verzeichnet war, konnte ein NS-verfolgungsbedingter Entzug nicht ausgeschlossen werden. Schließlich stellte sich heraus, dass das Gemälde unter der Nummer 2226 im berühmten „Black Book“ verzeichnet war, das der Galerist Jacques Goudstikker bei seiner Flucht nach England mitgenommen hatte. In diesem Schwarzbuch hatte er alle Kunstwerke verzeichnet, die er bei seiner Flucht vor den Nationalsozialisten zurücklassen musste und die dann von Hermann Göring und dem in die Niederlande eingebürgerten Kunsthändler und ehemaligen Nazi-Bankier Alois Miedl unrechtmäßig übernommen wurden. Durch die erfolgreiche Vermittlung von Lempertz zwischen den Erben von Goudstikker und den heutigen Schweizer Eigentümern des Gemäldes konnte gemäß den Washingtoner Prinzipien von 1998 eine faire und gerechte Lösung für alle Beteiligten gefunden werden. Das Gemälde wird am 30. Mai von Lempertz in Köln zu einem Schätzpreis von 40.000 bis 50.000 Euro versteigert.