Meister Rabe weit oben und internationale Rekorde

Das höchste Ergebnis erzielte mit € 620.000 ein Gemälde von Max Ernst aus dem Jahr 1953. Dahinter folgte eine ganze Reihe weiterer sechsstelliger Resultate: Mit € 275.000 ein doppelseitiges Gemälde Ernst Wilhelm Nays, eine Plastik Oskar Schlemmers für € 250.000, und mit je € 200.000 zwei Leinwände Otakar Kubins (Othon Coubines) und Franz Radziwills, dessen zweites offeriertes Bild auf € 150.000 stieg. Diesen folgten mit € 144.000 eine Papierarbeit Salvador Dalís, ein Gemälde Lesser Urys mit € 125.000, ein Bild Christian Schads (€ 106.000) und eine Gouache von Maurice Utrillo mit € 100.000. Mit € 112.000 hat ein Pastell von Stanislaw Ignacy Witkiewicz seine Taxe bei weitem übertroffen: Internationaler Rekord für ein Pastell des Künstlers, der fast ausschließlich nur Pastelle geschaffen hat. Einen weiteren internationalen Rekord hat es mit € 94.000 für ein Gemälde Abel Panns gegeben.

620.000 Euro: Damit wurde Max Ernsts „Mer agitée, soleil, nuage et maître Corbeau avec son fils“ im Jahr 1953 in Collage und Öl auf Leinwand zum Highlight der Auktion. Nach der Rückkehr des Künstlers aus den USA, beginnt seine zentrale Schaffensphase in Frankreich. Im Jahr 1953 entstehen kunsthistorisch bedeutende Werke, darunter auch die vorliegende Arbeit. Max Ernst war das museale Gemälde sehr wichtig, und so hat er es bis zum Tode in seinem Haus in Südfrankreich behalten. Seine Witwe Dorothea Tanning gab es innerhalb der Familie weiter (Lot 22, € 500/600.000). Ein kleines Gemälde des Künstlers aus dem Jahr 1957 wechselte den Besitzer für € 94.000 (Lot 55, € 60/80.000).


Für € 275.00 wurde das 1953 entstandene doppelseitige Gemälde „In Blockformen", das die Abkehr Ernst Wilhelm Nays von jeglicher gegenständlichen Form offenbart, von Schweizer Handel ersteigert (Lot 10, € 180/220.000). In der bedeutenden „Bauplastik R“ aus dem Jahr 1919 visualisiert sich in nuce Oskar Schlemmers künstlerisches Gesamtwerk: Hier ist schon seine Auffassung von gegenstands-gebundener Abstraktion formuliert. Ein deutscher Sammler konnte die Plastik erst bei € 250.000 übernehmen (Lot 19, € 150/200.000).


Otakar Kubins (Othon Coubines) Leinwand „In Gedanken“ aus dem Jahr 1914 war sehr begehrt und entsprechend umkämpft. Tschechischer Handel musste € 200.000 einsetzen (Lot 30, € 80/120.000). € 200.000 musste ein deutscher Sammler investieren, bevor Franz Radziwills „Landschaft mit gelben Bäumen“ aus dem Jahr 1922 in seinen Besitz überging. Das repräsentative, frühere Gemälde ist ein eindrucksvolles Manifest von Radziwills Auseinander-
setzung mit der expressionistischen Malerei seiner Zeitgenossen (Lot 38, € 130/150.000). Eine spätere Landschaft von 1947 ging für € 150.000 an einen deutschen Sammler (Lot 39, € 100/120.000).


Für € 144.000 ging die 75,5 x 101,3 cm messende Papierarbeit „Tienta en Espana (Epreuve de corrida en Espagne)“ von Salvador Dalí aus dem Jahr 1960 in spanischen Handel (Lot 44, € 80/100.000). Lesser Urys „Hochbahnhof Nollendorfplatz von der Bülowstraße aus gesehen, Berlin“ aus den 1920er Jahren wechselte für € 125.000 in den Besitz eines deutschen Sammlers (Lot 100, € 80/120.000). Christian Schads Leinwand „Das Licht“ von 1920 wanderte für € 106.000 in den Londoner Handel (Lot 85, 1920). Maurice Utrillos sehr ansprechende Gouache „Rue de Mont-Cenis à Montmartre“ um 1930 übertraf mit € 100.000 bei weitem seine Taxe von € 35/45.000 (Lot 61).
Um Stanislaw Ignacy Witkiewiczs 1938 entstandenes Pastell „Weibliches Portrait“ wurde hart gerungen. Erst mit dem Einsatz von € 112.000 – weit über der Taxe von € 20/30.000 – konnte ein englischer Bieter gegen seine Mitbieter obsiegen (Lot 221).


Je € 94.000 erreichten „Étude de ciel (Rivage et ciel“, eine Papierarbeit Edgar Degas‘ von 1869 (Lot 25, € 90.000) und Marc Chagalls „Portrait de Vava“, ein kleines Ölgemälde aus dem Jahr 1953 (Lot 86, € 60/80.000) Die ebenfalls € 94.000 für Abel Panns wichtiges Gemälde „Geschwister in Winterlandschaft“ von 1913 sind ein internationaler Rekordpreis für den Künstler (Lot 27, € 80.000).


Die insgesamt fünf offerierten Bronzen Ernst Barlachs, darunter „Das Wiedersehen (Thomas und Christus)“, Lot 76, € 40/50.000), „Der Zweifler“ (Lot 77, € 40.000) und „Der Buchleser (Lesender Mann im Wind)“ (Lot 79, € 40/50.000) übertrafen sämtlich ihre Taxen (bis € 81.000).

 

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Edgar Abs, Presse – und Öffentlichkeitsarbeit, Köln, im Mai 2021