Nachbericht der Auktion 1281 Aisatische Kunst
Die Kunst Indiens setzt ihren Höhenflug bei Lempertz fort, Papierarbeiten erleben teils erhebliche Steigerungen. Auch Werke aus Tibet und Nepal sind stark gefragt, ebenso wie die weiterhin äußerst beliebten japanischen Netsuke. Den höchsten Preis erzielt chinesisches Porzellan kaiserlichem Bestand.
Unter großer internationaler Beteiligung an zahlreichen Telefonen und über verschiedene Online-Plattformen wurde die Auktion Asiatischer Kunst zum Abschluss der Herbst-Saison bei Lempertz ein großer Erfolg. Indische und Tibetische Kunst begeisterten dabei ebenso wie herausragende Objekte der Kunst Chinas, die mit exklusiven Objekten aus Palastbestand im Angebot war.
Der Trend der vorangegangenen Auktion Asiatischer Kunst setzte sich auch in der letzten Auktion der Saison bei Lempertz fort: Traditionelle Kunst aus Indien, insbesondere Miniaturen, sind nach wie vor stark gefragt. Kein einziges der aufgerufenen Blätter blieb im Haus, die Schätzwerte wurden bis zum Siebenfachen überschritten. Herausragend war hier die Darstellung eines schwarzen Dämons, der eine junge schlafende Frau entführt. Das Blatt aus dem 18. Jahrhundert war mit einem Schätzwert von 3000 Euro aufgerufen wurde, weitergereicht wurde es erst mit dem Ergebnis von 22.600 Euro. Erheblich gesteigert wurde auch ein Albumblatt mit vier Miniaturen, zu datieren in das 17. oder 18. Jahrhundert. Statt taxierter 6000 Euro musste der erfolgreiche Bieter das Ergebnis von rund 24.000 Euro bewilligen. Beide gingen an internationale Bieter.

In der Tibetischen Mythologie spielt das Auge eine zentrale Rolle. Kein Wunder, dass ein hessischer Augenarzt sich besonders für die Kunst dieser Region begeistert und eine bedeutende Sammlung zusammengartragen hatte. Aus dieser Sammlung, deren zweiter Teil in der vergangenen Auktion angeboten wurde, stachen zwei Bronzen besonders hervor. Eine Messingbronze des großen Sakya Meisters Sachen Kunga Nyingpo, der als erster großer Patriarch der Sakya-Schule verehrt wird, stieg von 20.000 Euro Schätzpreis auf ein Ergebnis von rund 92.000 Euro. Aus derselben Sammlung kam eine Kupferbronze des göttlichen Liebespaares Indra und Indrani, die ein Ergebnis von 26.400 Euro erreichte.

Westtibet. 16. Jh. Ergebnis: € 92.000

H 22,5 cm Ergebnis: € 24.600
Der Diplomat Ernst Arthur Voretzsch (1868-1965) verbrachte lange Zeit in China und wurde zu einem ausgezeichneten Kenner chinesischer Kunst, seine Sammlung umfasste exquisite Stücke, einige davon waren in der Auktion und haben internationales Interesse auf sich gezogen. Ein Leporello-Album mit sieben kleinen Malereien aus der Ming-/Qing-Zeit war auf konservative 2000 Euro taxiert. Der erfolgreiche Bieter musste allerdings ein Ergebnis von über 30.000 Euro für diese Kostbarkeit bewilligen. Noch exklusiver ist aber ein sehr seltener und bedeutender Geyao-Teller in Form einer Hibiskusblüte. Solche Stücke wurden in der südlichen Song-/Yuan-Zeit (1126-1368) im berühmten Ge-Ofen gefertigt und waren fast ausschließlich für kaiserliche Paläste reserviert. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden einige von ihnen in den Kunsthandel gegeben und sind weiterhin äußerst gesuchte Stücke. Dieser Geyao-Teller erzielte ein Ergebnis von 214.000 Euro und geht wieder an einen Sammler nach China.

China, Südliche Song-/Yuan-Zeit (1126-1368)
D 14,4 cm. Ergebnis: € 214.000

Die japanische Kunst war mit den beliebten Netsuke in der Auktion stark vertreten. Besonders die Sammlung von Frank Lapisch hielt exquisite Stücke für die Bieter bereit. Für einen besonders intensiven Bieterwettstreit sorgte dabei ein elfenbeinernes Exemplar in Gestalt eines Gama Sennin, das auf 6000 Euro taxiert war. Verkauft wurde es erst mit dem Ergebnis von 45.300 Euro.
Insgesamt spielte die Auktion Asiatische Kunst ein Ergebnis von rund 1,4 Millionen Euro ein.