Severini, Gino

Gino Severini

Gino Severini - Les Arlequins

Gino Severini begeisterte sich für die Bewegung des menschlichen Körpers; zu den bevorzugten Motiven des italienischen Malers gehörten Tänzerinnen und Szenen aus dem Varieté-Theater. Obwohl er vor allem als Meister und Pionier des Futurismus bekannt ist, umfasst sein Oeuvre ein weit breiteres Spektrum.

Gino Severini - Freundschaft mit Balla und Boccioni, Studienaufenthalt in Paris

Gino Severini wurde am 7. April 1883 in Cortona geboren. Hier besuchte er die Scuola Tecnica, ehe er im Alter von 16 Jahren nach Rom übersiedelte, wo er in der Villa Medici abendlichen Kunstunterricht nahm. Sein Lehrer Giacomo Balla und sein Studienfreund Umberto Boccioni bestärkten ihn in dem Wunsch, Künstler zu werden. Balla nahm Severini und Boccioni in seinem Atelier auf und machte seine Schüler mit der Malweise der Neoimpressionisten vertraut. Die neuen Ideen übten eine starke Faszination auf Gino Severini aus, sodass er schließlich im November des Jahres 1906 nach Paris ging, um dort die französischen Künstler des Neoimpressionismus kennenzulernen. Maler wie Georges Braque, Juan Gris und Pablo Picasso eröffneten dem jungen Künstler eine gänzlich neue Welt, die er begierig erkundete und die ihn immer näher an die Schwelle einer neuen Kunstrichtung führte, zu deren Begründern und wichtigsten Vertretern er schließlich selbst zählen sollte: dem Futurismus.

Treibende Kraft des Futurismus mit Nähe zum Kubismus

Zunächst pflegte Gino Severini in Paris vor allem engen Kontakt mit Amedeo Modigliani und dem Kreis der Kubisten. 1910 folgte er der Einladung seines Freundes Boccioni und trat den Futuristen bei, gehörte zu den Unterzeichnern des berühmten, von Filippo Tommaso Marinetti konzipierten ersten futuristischen Manifests. Von Anfang an war Gino Severini weit mehr als ein Mitläufer, entwickelte sich vielmehr schnell zu einer treibenden Kraft der neuen Bewegung. Obwohl er im futuristischen Stil malte, blieb seine in Paris begründete Nähe zu den Kubisten bestehen und er bemühte sich um eine Verbindung der beiden Richtungen. Severini war der Futurist, der sich nicht für die Maschinen, das große Thema seiner Kollegen, begeisterte, sondern zuallererst für den Menschen und die ihm eigene körperliche Dynamik. Dabei setzte er auf starke Farben und erreichte auch einen höheren Grad der Abstraktion als die meisten seiner Mitstreiter. Kennzeichnend für die Originalität Severinis war auch die von ihm bevorzugte Collagentechnik.

Für Gino Severini war der Futurismus nur eine Periode

Obwohl Gino Severini stets zu den ersten Namen gehört, die mit dem Futurismus in Bezug gebracht werden, war diese Stilrichtung nur eine von mehreren Perioden im weitverzweigten Schaffen des italienischen Malers. In den 1920er Jahren kehrte er sich von dieser Malweise ab und wandte sich der Valori Plastici zu, einer von Mario Broglio initiierten Bewegung, die der Moderne kritisch gegenüberstand. Zu einer wichtigen Inspiration wurden für Severini nun die neoklassizistischen Mosaiken und Wandmalereien italienischer Kirchen. Er selbst malte in der Tradition der alten Meister in dieser Zeit vorwiegend religiöse Motive. Erst gegen Ende seines Lebens und seiner künstlerischen Laufbahn fand er wieder zu der Bildersprache des Kubismus zurück. Für seine großen Verdienste um die Kunst erhielt Gino Severini Preise und Auszeichnungen, darunter der Verdienstorden der Italienischen Republik; 1955 gehörte er zu den Teilnehmern der ersten Documenta in Kassel.

Gino Severini starb am 26. Februar 1966 in Paris.

Gino Severini Prices

Artist Artwork Price
Gino Severini Les Arlequins €2.737
Gino Severini Les Musiciens €2.618
Gino Severini Composition €1.904
Gino Severini Le Concert €1.652
Gino Severini Pas de Deux €1.547

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