Georg Flegel - MAHLZEITSTILLEBEN MIT EINER MAGD.

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Georg Flegel

MAHLZEITSTILLEBEN MIT EINER MAGD.

In ihrem ausführlichen Gutachten vergleicht Frau Dr. Ketelsen-Volkhardt das vorliegende Gemälde mit Flegels "Stilleben mit Prunkgeschirr und Magd" (Privatbesitz), mit dem in Zusammenarbeit von Flegel und einem der Valckenborchs entstandenen "Gemüse- und Obststand" (Privatbesitz) sowie dem "Doppelporträt eines älteren Ehepaares" (Nationalmuseum, Stockholm). Sie schreibt hierzu: "Die drei Vergleichsbeispiele sind in der Literatur im Zusammenhang einer Zuschreibung an Lucas bzw. Marten van Valckenborch oder einer bisher nicht genau zu bestimmenden Werkstatt aus ihrer Familie auch Georg Flegel als Mitarbeiter zugeschrieben worden. Einig waren sich die Autoren überwiegend, was die Autorschaft Flegels angeht. Trotz der Unklarheit, wer möglicherweise bezüglich der hier besprochenen Werkgruppe mit Flegel zusammengearbeitet hat, läßt sich eine ungefähre Datierung, für das Prunkstilleben mit Magd nach 1603, für dieses Bild vermutlich ein wenig vor der Jahrhundertwende, annehmen...". Auf unserem Bild finden sich zahlreiche, für Flegel typische und von ihm immer wieder verwendete Kompositionselemente, die, auch das ein Charakteristikum, durch ein diagonal gelegtes Messer diagonal verschränkt werden. Ketelsen-Volkhardt: "Neben den Variationen bevorzugter Motive deutet sich... in den diagonalen Akzenten bereits seine typische (entwickelte) Kompositionsweise an, ohne allerdings die kompliziertere Staffelung hintereinander des Spätwerkes zu erreichen. Hauptmotiv des Bildes ist das Stilleben, die Magd ergänzende 'Staffage' und erfordert nicht in erster Linie eine Zuschreibung an einen Figurenmaler. Vermutlich kommt dafür keiner aus der älteren Generation der van Valckenborchs in Frage. Weder Lucas, da er bereits 1597 verstorben war, noch sein Bruder Marten, da es von ihm keine vergleichbaren gesicherten Werke gibt. Die Frage einer möglichen Zusammenarbeit mit der Sohn- und Schülergeneration muß noch geklärt werden, wobei der Gedanke, ob um 1600 Flegel als selbständiger Maler nicht auch die Figuren gemalt haben könnte, überlegenswert scheint. Dass er dazu in der Lage war, zeigt sein acht Jahre vor seinem Tod gemaltes Selbstbildnis."
Das vorliegende Gemälde ist ein erneuter Beweis für die herausragende Position Flegels in der deutschen Malerei der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts und ein überaus charakteristisches Beispiel für die hohe künstlerische Qualität seiner Werke.

Certificate

Gutachten I. Bergström in Photokopie (an attractive, important work by Georg Flegel...).
Gutachten A.-D. Ketelsen-Volkhardt.

Provenance

Südwestdeutsche Privatsammlung.

Literature

K. Wettengl (Hrsg.), Georg Flegel 1566-1638 - Stilleben, Frankfurt/Main 1999, S. 303, Nr. 86 (unter "fragliche Werke").

Lot 1042 Dα

Estimate:
350.000 € - 400.000 €