A.R. Penck - Ohne Titel

A.R. Penck - Ohne Titel - image-1
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A.R. Penck

Ohne Titel
Mitte der 1960er Jahre

Acryl auf Leinwand. 95 x 200 cm. monogrammiert

"In diesen Systembildern läßt A.R. Penck die Historienmalerei hinter sich. Es geht ihm um zwischenmenschliche Beziehungen, um verallgemeinerbare Erfahrungen. Durch den Verzicht auf eine konkrete Geschichte gewinnt das Bild für den Betrachter an Wirklichkeit, denn es kann unter Umständen auch durch eigene Erfahrungen überprüft werden. Damit vereinfacht sich die Möglichkeit der Rezeption dieser Bilder - ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Demokratisierung der Kunst. Der Künstler zeigt den Menschen häufig in Problemsituationen, die für ihn gesellschaftliche Realität besitzen: in Entscheidungskonflikten (Weggabelung), bedroht, eingesperrt, Gewalt ausgesetzt.
Die bisher beschriebene Entwicklung findet ihre konsequente Weiterführung und auch einen gewissen Abschluß in den Standart-Bildern: wehrlose, sich ergebende Einzelfiguren mit erhobenen Händen. Durch die Reduzierung auf nur eine Figur und eine Beschränkung des Bildvokabulars ist größmögliche Klarheit geschaffen. Damit scheint das Ziel von A.R. Penck erreicht: die Reduzierung auf einige wenige, eindeutige Zeichen. 'Ein Standart ist nun ein Bild dann, wenn es in seiner Struktur so einfach ist, daß jeder es perzipieren und imitieren kann ... Verkehrszeichen, Warenzeichen, Schilder gehören zu Standart. Ich widerhole: nicht die Primitivität ist Kennzeichen eines Standart, sondern der operationelle Zugriff hinsichtlich der tatsächlichen Perzeption und Imitation eines Standart-Bildes.' " (Thomas Kirchner, A.R. Penck - Kann Kunst noch Wissenschaft sein? in: Ausst.Kat. a.r. penck, Nationalgalerie Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Kunsthaus Zürich 1988, S.91)

Lot 327 Dα

Estimate:
30.000 €

Result:
23.800 €