Léonard Tsuguharu Foujita - Paysage de neige, à Akita - image-1

Lot 990 Dα

Léonard Tsuguharu Foujita - Paysage de neige, à Akita

Auction 867 - overview Köln
04.12.2004, 00:00 - Moderne Kunst
Estimate: 40.000 € - 50.000 €
Result: 47.600 € (incl. premium)

Öl auf Leinwand 14,1 x 17,8 cm, unter Glas gerahmt. Unten links schwarz signiert Foujita sowie in japanischen Schriftzeichen mit dem Vornamen Tsuguji und der Ortsangabe Stadt Akita versehen.
Buisson 37.14 mit Farbabb. S. 97

Die kleine Winterszene entstand in Akita, im Norden Japans, einem Landstrich, der berüchtigt ist für seine schneereichen und harten Winter. Foujita, der bereits von 1913 an beinahe zwanzig Jahre in Paris verbracht hatte, von einem einjährigen Abstecher nach London abgesehen - dort hatte er interessanterweise für das traditionsreiche Kaufhaus "Selfridge's" Kleidung entworfen - war 1929 nach Japan zurückgekehrt. In Tokyo traf Foujita in diesem Jahr den in Akita ansässigen Sammler Hirano Seikichi, der ihn 1937 für einen großen Auftrag gewinnen konnte: ein mehr als 20 m langes und 3, 65 m hohes Gemälde, auf dem die vier Jahreszeiten mit den entsprechenden Festen in Akita in figürlichen Szenen festgehalten werden sollten. Leider entsprach dann das Ergebnis nicht den Erwartungen des Auftraggebers; das Gemälde ist heute im Museum von Akita ausgestellt (vgl. Sylvie et Dominique Buisson, Léonard-Tsuguharu Foujita, Vol. 1, Paris 2001, Nr. 37.04).
In diese Schaffensphase in Akita fällt auch die vorliegende kleine Komposition, die drei dick eingemummte Figuren, z.T. mit Schirmen ausgestattet, vor einem bis zum Dachfirst eingeschneiten Haus zeigt. Detailreich ist die Schilderung von Frisuren und Gewändern, beinahe romantisch das sanft rieselnde Schneegestöber. Die Szene bezieht ihren besonderen Reiz aus ihrer eigentümlichen Melange aus japanischem Motiv und europäischer Deutung eines Malers, der seine Ausbildung größtenteils in Frankreich erfuhr und seine künstlerische Laufbahn in Europa einschlug. 1955 nahm Tsuguharu Foujita die französische Staatsbürgerschaft an und trug nach seinem Übertritt zur katholischen Kirche den Vornamen Léonard.

Catalogue Raisonné

Buisson (Wz noch nicht da)

Certificate

Mit einer Expertise von Gilbert Pétridès, Paris, vom 26.3.1990