Jan Brueghel d. J. - WALDLANDSCHAFT MIT FLUSS IM TAL.

Jan Brueghel d. J. - WALDLANDSCHAFT MIT FLUSS IM TAL. - image-1
Jan Brueghel d. J. - WALDLANDSCHAFT MIT FLUSS IM TAL. - image-1

Jan Brueghel d. J.

WALDLANDSCHAFT MIT FLUSS IM TAL.
3 1632

Das bislang immer in Privatbesitz gewesene und daher unbekannte Gemälde kann als eine qualitätvolle Bereicherung dem umfangreichen Gesamtwerk Jan Breughels d. J. eingegliedert werden. Zu seiner Konservierung schreibt K. Ertz: "Der Erhaltungszustand der Kupfertafel ist als sehr gut zu bezeichnen. Die übereinanderliegenden Farbschichten sind in gutem Zustand erhalten, ebenso die in einem letzten Arbeitsgang aufgetragenen Weißhöhungen an den Blatt- und Felsrändern, der Kleidung der Figuren und den Wolken des Himmels. Die Farben erstrahlen in einer auf Grün-Blau gründenden Buntheit, wie man sie von Bildern Jan Brueghels d. J. in später Schaffenszeit gewohnt ist. Unter Zuhilfenahme einer UV-Lampe konnte ich keine Retuschen oder Übermalungen erkennen...".
Ertz zieht zum Vergleich fünf weitere Gemälde J. Breughels d. J. heran. 1. "Weite Gebirgslandschaft mit Jägern" (um 1625), Privatbesitz. 2. "Wirtshaus an der Uferstrasse" (kurz nach 1625), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München. 3. "Das Vogelkonzert" (Vierzigerjahre), Herzog-Anton-Ulrich-Museum, Braunschweig. 4. "Entenjäger" (Vierzigerjahre), Privatbesitz. 5. "Belebter Waldweg mit Blick auf eine weite Landschaft" (späte Vierzigerjahre), Privatbesitz. Das hier vorliegende Gemälde steht den in den Zwanziger- bis Vierzigerjahren entstandenen Vergleichsbeispielen in der Landschaftsauffassung sehr nahe, dennoch meint Ertz, dass es nur in die Vierzigerjahre des 17. Jahrhunderts datiert werden kann. "Dafür sprechen u. a. die zurückgenommene Buntheit,die Jan zugunsten einer bereits erwähnten tonigen Farbpalette aufgegeben hat, der Grundton Blau-Grün in Landschaft und Baumgestaltung, das in früher Zeit dominierende Braun des Vordergrundes, das hier nur in den beiden rechten Rahmenbäumen noch einmal aufgenommen wird und der malerischer wirkende Pinselstrich, der in schlierigen Farbbahnen über die Wege, die Baumstämme, den Fluss und den Himmel streift...".
Zu dem immer wieder vorgenommenen Vergleich der Werke Jan Breughels des Älteren und des Jüngeren schreibt Ertz: "In meinem 1984 erschienenen Buch über Jan Brueghel d. J. konnte ich schon darlegen, dass dieser Maler viel qualitätvoller war, als das gemeinhin angenommen wurde. Ohne dieses künstlerische Niveau, von dem auch die zu begutachtende Kupfertafel zeugt, wäre die durch Quellen nachweisbare Zusammenarbeit mit Peter Paul Rubens, Hendrik van Balen und Josse de Momper d. J. - um nur die wichtigsten Künstler zu nennen - nicht möglich gewesen. In den bisherigen Forschungen, die sich mit dem Maler Jan Brueghel d. J. beschäftigt haben, wurde immer wieder die Nähe zum Vorbild des Vaters, Jan Brueghels d. Ä., festgestellt. Heute darf als gesichert gelten, dass Jan d. J. dessen Werk am intensivsten und sicherlich auch auf dem höchsten Niveau fortgeführt hat. Jan d. J. versteht es auch in dem zu begutachtenden Gemälde geradezu meisterlich, altes Gedankengut mit eigenen stilistischen Mitteln zu verknüpfen und dadurch etwas vollkommen Neues zu schaffen...".
K. Ertz wird das hier vorliegende Gemälde als eigenhändiges Werk in den von ihm geplanten Addendumband zu dem 1984 erschienenen Oeuvreverzeichnis der Gemälde Jan Breughels d. J. aufnehmen.

Certificate

Gutachten K. Ertz.

Provenance

Süddeutsche Privatsammlung.

Lot 1016 Dα

Estimate:
300.000 € - 350.000 €