Iwan Albertowitsch Puni - Composition avec lettres de la série fuite des formes

Iwan Albertowitsch Puni - Composition avec lettres de la série fuite des formes - image-1
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Iwan Albertowitsch Puni

Composition avec lettres de la série fuite des formes
1919

Öl auf Leinwand 54,5 x 64,5 cm signiert - Mit Craquelé, zwei alt hinterlegten Leinwandflicken, kleineren Retuschen und einer kleinen Leinwanddurchstoßung in der linken Bildpartie

Iwan Albertowitsch Puni, der sich ab 1924 Jean Pougny nannte, zählt mit seinen Werken im Stile des Kubo-Futurismus und des Suprematismus, zur russischen Avantgarde. Bei der Interpretation seiner Werke muss das von ihm und seiner Frau, der Künstlerin Xenia Leonidowna Boguslawskaja, verfasste, 1915 gedruckte Manifest anlässlich der Ausstellung "O, 10" zu Rate gezogen werden. Hier heißt es, daß die abstrahierten realen Elemente ohne Nutzen und Bedeutung seien. Demzufolge sollen die auf der Bildfläche wahllos verteilten Buchstaben kein Wort ergeben,- sie sind nicht narrativ oder didaktisch, sondern allein ästhetisch zu verstehen. Bei Punis eher improvisierten als komponierten Buchstabenbildern wird auch immer wieder auf die unkonventionellen sprachlichen Experimente seiner Dichterkollegen Chlebnikow und Krutschonych verwiesen. Die Wiederholung einzelner Zeichen und Buchstaben im Bild wie auch die dargestellte Violine und das Notenblatt deuten darauf hin, daß die Musik eine wichtige Rolle in Punis Leben eingenommen hat. Dies verwundert nicht, da er aus einer Familie professioneller Musiker und Komponisten stammte. "Punis spezifische Haltung gegenüber der Sprache war nicht nur geleitet vom Wunsch, Grammatik und Syntax von Klang und 'Sinngehalt' zu trennen, sondern auch, Buchstaben und Bilder aus ihrer kanonischen Ordnung herauszulösen und in einen unnatürlichen Kontext hineinzuversetzen." (John E. Bowlt: Das Überschreiten des Verstandes oder Iwan Punis Spiel mit der Sprache, in: Iwan Puni. Werke aus der Sammlung Herman Berninger, Zürich und Fotografien aus der russischen Revolution aus der Sammlung Ruth und Peter Herzog, Basel, Ausst. Kat. Basel 2003 (Jean Tinguely Museum), S. 44).

List of works

Nicht bei Berninger/Cartier

Certificate

Mit einer Foto-Expertise von Herman Berninger, Zürich, vom 11. November 2001 (in Fotokopie)

Lot 313 Rα

Estimate:
80.000 € - 100.000 €