Auction 923, , 28.05.2008, 00:00, Cologne Lot 217

Emil Nolde, Sonnenuntergang mit zwei Seglern

Emil Nolde, Sonnenuntergang mit zwei Seglern, 1940er Jahre, Auktion 923 Moderne Kunst, Lot 217

Aquarell auf faserhaltigem Japanpapier 34,7 x 47 cm. Unten rechts schwarz signiert Nolde.

Mit einer Foto-Expertise von Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 24. Januar 2005

Provenance

Ehemals süddeutsche Privatsammlung; seit mehreren Generationen in Familienbesitz

Auch und in besonderem Maße die Aquarelle sind im Werk Emil Noldes repräsentativ für das, was der Künstler wesentlich als seine Bestimmung empfand. Mag er noch sehr der Gegenständlichkeit, dem Gegenstand verpflichtet gewesen sein, so bildete er ihn doch nie photographisch genau ab, bezeichnete aber auch nichts anderes als ihn. Zeitlebens kämpfte der Maler darum, nicht den Versuchungen des technisch leicht Erreichbaren, lediglich die Natur Nachahmenden zu erliegen: "Die Natur kann dem Künstler, wenn er sie lenkt, eine wunderbare Helferin sein; aber Kunst oder Künstler ist sie nicht, das ist nur er selbst." (zitiert nach: Martin Urban im Ausstellungskatalog "Nolde, Aquarelli e disegni dalla Fondazione Nolde di Seebüll, Galleria Nazionale d'Arte Moderna Roma 1984, S. 4).

"Bildliche Gestaltung bleibt, bei aller Freiheit, nie bei sich selbst, sondern verweist mit jeder Formung auf ein Gemeintes, das nicht mehr im Bild liegt [...] Nolde betont die malerische Materie, den breiten Auftrag der Farben, ihre physische Leuchtkraft, ihre Verbindung mit dem Malgrund, die Zufälligkeiten ihres Auftrags, ihrer Vermischungen und ihres Verlaufens, um so jene Distanz zum Motiv zu schaffen, aus der das bildlich Sichtbare es nicht unmittelbar zeigt, sondern zu ihm hinführt - jenseits des Bildnerischen." (Erich Fran, Innere Bilder, in: Ausst. Kat. Emil Nolde, Aquarelle und figürliche Radierungen, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster 1991/1992, S. 15).

Mit ungewöhnlich breiten Pinselbahnen hat Nolde hier den Sonnenuntergang in einer großartig weiten Landschaft eingefangen, Schicht für Schicht in die Tiefe des Raumes arbeitend; wo sich über den abendlich-dunklen Wolken noch der blaue Himmel eines heiteren Tages spannt, sagt diese Ansicht letztlich etwas über Werden und Vergehen, über die Ewigkeit der Schönheit dieser Natur aus.

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