Auction 990, Modern Art, 02.12.2011, 00:00, Cologne Lot 242

Serge Poliakoff, Composition aux traits

Serge Poliakoff, Composition aux traits, 1952, Auction 990 Modern Art, Lot 242

Gouache on brown packing paper 65 x 49.5 cm, framed under glass. Signed SERGE POLIAKOFF in charcoal lower right. The composition linearly outlined in charcoal (58.5 x 43.5 cm). - The margins with slight defects due to old former mounting on recto. With a few smaller, inconspicuous losses of colour and minimal retouchings in the pastose areas, primarily in the lower part of the picture.

A. Poliakoff 52-49

Provenance

Collection Schwartz, Düsseldorf

Exhibitions

Düsseldorf 1958 (Kunstverein für die Rheinlande), Serge Poliakoff, cat. nr. 50, with colour ill.

Im Jahre 1952 schloss Poliakoff mit der Pariser Galerie Bing einen Vertrag, der es ihm erlaubte, seinen Beruf als Musiker aufzugeben und ausschließlich von seiner Malerei zu leben. In das selbe Jahr fällt auch seine Begegnung mit Werken des russischen Konstruktivisten Kasimir Malewitsch in der Ausstellung "L'oeuvre du XXe siècle" im Musée National d'Art Moderne in Paris (vgl. Gérard Durozoi, Serge Poliakoff, Monographie, Bd. 1, Paris 2004, S. 255).

Mit Hilfe gefühlvoll ausbalancierter, vorwiegend eckiger Farbsegmente und eines schwarzen Liniengerüstes erschafft Poliakoff einen ahnbaren Raum, der hinter der bemalten Oberfläche hervortritt und doch losgelöst von allem Gegenständlichen ist. Was auf den ersten Blick zunächst flach erscheint, geht durch die schwarzen Linien und die lebendige, in Schichten aufgetragene Farbe in den Zustand der Dreidimensionalität über. Durch diese Linien, die an den Rändern aus dem Bild hinausführen, gelingt es dem Künstler, die abstrakte Komposition nicht auf die Bildfläche zu beschränken, sondern in den unendlichen Raum zu erweitern. Klar gegeneinander abgesetzte Formen, deren Farben subtil miteinander abgestimmt sind, bedingen sich gegenseitig. Sie sind auf meisterhafte Weise zu einer spannungsvollen Komposition zusammengefügt. Trotz der Beschränkung der Mittel sind Poliakoffs Kompositionen niemals geometrisch starr, sondern weisen auf Grund der unterschiedlich starken, nie ganz geraden schwarzen Linien eine gewisse Dynamik und Schwingung auf. Man ahnt des Künstlers Spaß am Komponieren, wobei er nichts dem Zufall überließ.

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