Manessier, Alfred

Alfred Manessier

Alfred Manessier - Composition

Alfred Manessier gehörte zu den bedeutendsten Meistern der Abstraktion; der französische Maler prägte die Nouvelle École de Paris, verband geistige Inhalte mit zeitgenössischer Kunst und gestaltete zahlreiche Glasfenster und Teppiche.

Alfred Manessier - Architekturstudium in Amiens und Paris, erste Erfolge als Maler

Alfred Manessier wurde am 5. Dezember 1911 in der nordfranzösischen Gemeinde Saint-Quen an der Somme geboren. Zunächst absolvierte er ein Architekturstudium an der École des Beaux-Arts in Amiens, das sich 1929 ein weiteres Studium an der École des Beaux-Arts in Paris anschloss. Dort fühlte sich Alfred Manessier in der strengen akademischen Atmosphäre äußerst unwohl und nutzte darum seinen Aufenthalt in Paris lieber zu ausgedehnten Besuchen des Louvre, wo er sich intensiv mit den ausgestellten Kunstschätzen beschäftigte. In Sonderheit die Werke von Rembrandt, Rubens und Tintoretto begeisterten den jungen Mann. Mit dem französischen Bildhauer und Maler Jean Le Moal schloss er Freundschaft; 1935 arbeiteten beide Künstler für kurze Zeit gemeinsam im Atelier des Tachisten und Glasmalers Roger Bissière an der Académie Ranson. Dort erlernte Manessier die Technik der Freskenmalerei und begann, sich Kubismus und Surrealismus zuzuwenden. Gemeinsam mit Robert Delauney gestaltete er den Pavillon de l' Air et des Chemins-de-fer für die Weltausstellung in Paris; außerdem beteiligte er sich mehrmals am Salon d'Automne und gehörte der Künstlergruppe AEAR an.

Erweckungserlebnis im Kloster, Hinwendung zur Abstraktion

Alfred Manessier erhielt in seiner jungen künstlerischen Karriere einen ersten Dämpfer, als er 1939 zum Dienst in der französischen Armee verpflichtet wurde und deshalb sein Werk einstweilen nicht wie gewünscht fortsetzen konnte. Trotzdem ließ Manessier auch während dieser schwierigen Jahre nicht von der Kunst, nutzte sie vielmehr als eine Art des Widerstands gegen die deutschen Besatzer. In dieser Zeit zeigte der spätere Meister der lyrischen Abstraktion eine ausgeprägte Neigung zu christlichen Motiven, was dazu führte, dass der katholische Maler Jean Bazaine, ein ausgewiesener Anhänger der art sacré, Manessiers Bilder in die berühmte Ausstellung Vingt jeunes peintres de tradition française in der Pariser Galerie Braun aufnahm. Während einer dreitägigen Ruhephase in dem Zisterzienserkloster La Grande Trappe in Soligny wiederfuhr Alfred Manessier ein Erweckungserlebnis, das ihn wenig später zum katholischen Glauben und einem bewusst asketischen Lebensstil führte. Nach dem Krieg zeichnete sich in seinem Werk eine deutliche Tendenz zur Abstraktion ab, wenn auch nach wie vor figurative Elemente mit Bezügen zu Religion und Natur erkennbar waren.

Meisterhafte Glasmalerarbeiten, religiöse und politische Themen

Alfred Manessier entwickelte in seinem Malstil eine ausgeprägte Vorliebe zu leuchtenden Farben und mosaikartigen Strukturen, was zu einem besonderen Interesse an der Glasmalerei führte. In der Folge gestaltete Alfred Manessier zahlreiche Glasfenster für Kirchen in Frankreich, Spanien, der Schweiz und Deutschland – zum Beispiel in Köln, Essen, Basel und Bremen. Ende der 1950er Jahre hielten auch zunehmend politische Themen Einzug in sein Werk, so die Sueskrise oder die Ermordung des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King. Mehrere Reisen nach Spanien brachten ihn in Kontakt mit der Kunst von El Greco und Francisco de Goya. Für sein Werk erhielt Alfred Manessier Preise und Auszeichnungen, darunter 1962 den Großen Internationalen Preis der Biennale von Venedig.

Alfred Manessier starb am 1. August 1993 in Orléans an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Er wurde in seiner Heimat Saint-Quen bestattet.

Alfred Manessier Prices

Artist Artwork Price
Alfred Manessier Composition €21.240
Alfred Manessier Composition 26 Fevrier 63 €9.600
Alfred Manessier Hommage à Saint Jean de la Croix (La Source) €5.490
Alfred Manessier Rythmes en gris €4.200

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