Moll, Oskar

Oskar Moll

Oskar Moll

Oskar Moll gehörte zu den jungen deutschen Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts, die sich an der französischen Malerei orientierten; er verband Impressionismus und Kubismus zu leichtstimmigen Landschaftsbildern, Stillleben und Akten; sein durch Krieg und Verfolgung empfindlich geschmälertes Werk begeistert noch heute zahlreiche Kenner und Liebhaber.

Oskar Moll - Freundschaft mit Lovis Corinth und Henri Matisse

Oskar Moll wurde am 21. Juli 1875 im schlesischen Brieg geboren. Obwohl er sich schon früh zur Kunst hingezogen fühlte, musste er auf Geheiß des Vaters zunächst ein Studium der Naturwissenschaften in Hannover, Genf und Basel beginnen. Erst im Alter von 22 Jahren konnte er sich mit seinem Wunsch, Maler zu werden, bei seiner Familie durchsetzen und sich in München und Berlin weitgehend autodidaktisch auszubilden. Seinem wichtigsten Lehrer und persönlichen Freund Lovis Corinth begegnete Oskar Moll mit großer Bewunderung; im Atelier des großen Impressionisten blieb er annähernd drei Jahre, während er sich an die akademische Enge der Berliner Akademie nicht so recht gewöhnen wollte und deshalb von einem ordentlichen Kunststudium absah. 1906 heiratete er seine Schülerin, die Bildhauerin Margarethe Haeffner, die unter ihrem Künstlernamen Marg Moll später selbst von sich reden machte und ihren Mann in Richtung des Kubismus beeinflusste. 1907 ging das Paar gemeinsam nach Paris, wo Lyonel Feininger sie mit den wichtigsten Künstlern bekannt machte, darunter Henri Matisse, mit dem Oskar Moll eine lebenslange Freundschaft verband.

Erfolge in Berlin, Direktor der Breslauer Kunstakademie

Oskar Moll gehörte mit seiner Frau Marg Moll und dem ebenfalls aus Deutschland stammenden Maler Hans Purrmann zu jenem Kreis von Künstlern, der Henri Matisse darin bestärkte, seine eigene private Malschule, die Académie Matisse, zu gründen, die von 1908 bis 1911 bestand. 1911 kehrte das Ehepaar Moll nach Deutschland zurück und bezog in Berlin-Grunewald großzügige Atelierräume, die der deutschen Jugendstil-Architekt August Endell entworfen hatte. Verschiedene Reisen nach Südeuropa führten zu einer Aufhellung der Malweise von Oskar Moll und brachten mehr Leichtigkeit und Lebensfreude in das Werk des Künstlers, der 1914 der Freien Secession in Berlin beitrat und zwei Jahre später in deren Vorstand aufrückte. 1918 wurde Moll als Professor an die Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau berufen, wo er 1926 die Nachfolge von August Endell als Direktor antrat. Diese Stellung behielt er bis zu der erzwungenen Schließung der Akademie und seiner damit verbundenen Zwangsemeritierung im Jahr 1932 bei, danach wechselte er auf Einladung von Professor Walter Kaesbach kurzzeitig an die Kunstakademie Düsseldorf, musste sich aber von den nationalsozialistischen Machthabern zahlreiche Diffamierungen gefallen lassen, die schließlich zu seiner erneuten Entlassung führten.

Verfemt und verboten durch die Nationalsozialisten

Oskar Moll sah sich aufgrund der Einstufung seiner Kunst als entartet mit großen beruflichen Schwierigkeiten konfrontiert. Die von ihm mitbegründete Künstlergruppe Selektion, zu der Größen wie Wassiliy Kandinsky, Max Beckmann, Paul Klee, Lyonel Feininger und Max Beckmann gehörten, wurde ebenfalls durch die Nationalsozialisten verboten. Nachdem mehrere Werke Oskar Molls beschlagnahmt wurden, zog der Künstler mit seiner Frau wieder nach Berlin-Grunewald, diesmal in ein von Hans Scharoun gestaltetes Wohnhaus. 1944 ging dieses unter dem Bombardement der Alliierten in Flammen auf, ein großer Teil des Werkes von Oskar Moll sowie seine umfangreiche private Sammlung bedeutender Künstler wie Matisse, Corinth, Picasso, Munch, Braque und Legér wurde dabei vernichtet.

Oskar Moll starb am 19. August 1947 in Berlin.

Oskar Moll Prices

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