Auction 1004, Moderne Kunst, 30.11.2012, 00:00, Lote 225

Alexej von Jawlensky, Meditation: Ich bin geborgen. Februar 1935 N. 63

Alexej von Jawlensky, Meditation: Ich bin geborgen. Februar 1935 N. 63, 1935, Auktion 1004 Moderne Kunst, Lot 225

Öl auf leinen-strukturiertem Papier, fest auf Karton aufgezogen, 18 x 13,7 cm, gerahmt. Unten links schwarz monogrammiert 'A.j' sowie rechts datiert '35'. Rückseitig auf dem Karton von Lisa Kümmel mittig mit Tinte bezeichnet "A. Jawlensky/ II. 1935/ N. 63", darunter mit dem Titelvermerk. - Auf dem Rahmungskarton nochmals mit den technischen Daten beschriftet und auf einem hellen Papieraufkleber vom Sohn des Künstlers mit einer handschriftlichen, vom 8. Februar 1969 datierten und persönlichen Widmung von Maria und Andre Jawlensky, Locarno, an die Vorbesitzer versehen.

M. Jawlensky/Pieroni-Jawlensky/A. Jawlensky 1601 mit Farbabb. S. 114

Procedencia

Nachlaß des Künstlers; Geschenk von Maria und Andreas Jawlensky an ein eng befreundetes Ehepaar, Wiesbaden (1969); seitdem in Familienbesitz, Privatbesitz Hessen

Exposiciones

Wiesbaden 1991 (Museum Wiesbaden), Alexej von Jawlensky zum 50. Todesjahr, Gemälde und graphische Arbeiten, Kat. Nr. 188 mit ganzseitiger Farbabb. S. 266 (irrtümlich dort mit der Bildunterschrift zu Kat. Nr. 165); Wiesbaden 2011/2012 (Museum Wiesbaden), Alexej von Jawlensky/ Josef Albers. Farbe - Abstraktion - Serie, Nr. 23 mit Farbabb. S. 26

Literature

Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köpfe, Gesichte, Meditationen, Wiesbaden 1970, Nr. 522

Das von Lisa Kümmel geführte und bei Weiler publizierte Werkstattverzeichnis der Jahre 1937-1939 erfasste unter der Mitarbeit und den Angaben Jawlenskys alle Arbeiten, die sich damals im Atelier befanden. Nach Weiler (op. cit. S. 140) versah der Künstler die Objekte in der Liste mit Qualitätsvermerken, die vorliegende kleine Meditation war gekennzeichnet mit "IAP" ("P" für "Privat").

Früh hat man schon die kostbare, numinose Ausstrahlung des Werkes von Jawlensky zu beschreiben versucht, das in den Wiesbadener Jahren in den "Meditationen" gipfelte. "Jawlensky hat mit ihnen ein Heiliges Bild geschaffen, das nicht wie die heiligen Bilder der Vergangenheit allein aus der Offenbarung heraus entstanden ist, sondern das auf der Grundlage eines modernen Bewußtseins stets neu erworben werden muß. Darum sind die Meditationen auch nicht stereotyp wie die alten Ikonen, sondern immer wieder verschieden, so verschieden wie die einzelnen Individualitäten und trotzdem so gleich wie das alle Menschen verbindende 'Urselbst'." (Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, S. 128).

Das "Ich bin geborgen" der kleinen Meditation ist wie ein religiös empfundenes Glaubensbekenntnis. In erweiterter Bedeutung erscheint hier die "Meditation" als Vergeistigung der verdichteten künstlerischen Form. Das Malen selbst geriet Jawlensky zur "Meditation" und "Meditation" ist auch die kontemplative Anschauung bzw. die konzentrierte Zuwendung des Betrachters zum vollendeten Werk.

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