Auction 822, Moderne Kunst 4. Juni 2002, 04.06.2002, 10:30, Köln Lot 267

Paul Klee, Ohne Titel (1915/221)

Paul Klee, Ohne Titel (1915/221), 1915, Auktion 822 Moderne Kunst 4. Juni 2002, Lot 267

Aquarell und schwarze Federzeichnung auf Büttenpapier 8,5 x 19,8 cm, an den Ecken auf Kartonunterlage 18,8 x 29,5 cm montiert, unter Glas gerahmt. In der Darstellung oben links mit der Feder signiert Klee, sowie auf dem Karton unterhalb der Rahmungslinie links datiert und mit der Werknummer versehen 1915 221. Rückseitig mit kleinen unvollendeten Tuschfederskizzen (zarte Vegetationsmotive mit Vogelsilhouetten). - Rückseitig nach vorn leicht durchschlagend gebräunt.

Rümelin 1556

Provenance

Galerie Hans Goltz, München (Verkauf Okt. 1920); Sammlung Hans und Maryellchen Koch, Düsseldorf/Hegnau (rückseitige Kartonbeschriftung von fremder Hand in Bleistift "Dr. Koch Düsseldorf [...] 1920 erworben"); Sammlung Wilhelm F. Arntz, Haag; The Piccadilly Gallery, London (bis 1982); Galleria Flaviana, Locarno; Art Focus, Zürich; Rheinische Privatsammlung

Expositions

München 1920 (Galerie Neue Kunst Hans Goltz, 60. Ausstellung), Paul Klee, Nr. 113; Saarbrücken 1930 (Staatliches Museum Saarbrücken), Paul Klee, Aquarelle aus 25 Jahren, 1905 bis 1930, Nr. 57; Düsseldorf 1931 (Kuntsverein für die Rheinlande und Westfalen in Verbindung mit der Galerie Alfred Flechtheim, Düsseldorf), Paul Klee, Nr. 101

Literature

Christian Rümelin, Paul Klee, Zum Stand des Catalogue raisonné, in: Berner Kunstmitteilungen Nr. 328, Januar/Februar 2001, S. 5 mit Abb. der Rückseite; Jenny Anger, Modernism and the Gendering of Paul Klee, Diss. Brown University 1997, S. 203, Anm. 21;

Klee vermerkte in seinem handschriftlich geführten Werkkatalog bei der vorliegenden Nummer 221: "ähnlich wie 220", dies eine den Werkverzeichnisverfassern unbekannt gebliebene und heute verschollene aquarellierte Federzeichnung mit dem Titel "Gold 'Sonnenuntergang'" (vgl. Rümelin 1555 o. Abb.). Beide Zeichnungen waren bei Goltz 1920 ausgestellt. Diese Galerieausstellung war nach 1916, als Klee in der Galerie "Der Sturm" 35 Aquarelle zeigte, die erste bedeutende Werkschau, zu der im "Ararat" sein berühmt gewordener Ausspruch fiel "Diesseitig bin ich gar nicht fassbar. [...]" (vgl. Jürgen Glaesemer, Paul Klee und die deutsche Romantik, in: Ausst. Kat. Paul Klee, Leben und Werk, (Kunstmuseum Bern/Museum of Modern Art New York), Ostfildern-Ruit 2001, S. 14) und O.K. Werckmeister, Klee im Ersten Weltkrieg, in: Ausst. Kat. Paul Klee, Das Frühwerk 1883 - 1922 (Städtische Galerie im Lenbachhaus), München 1980, S. 184)

"Bewegung ist für Klee das eigentliche Ziel, das er mit seinem gesamten künstlerischen Tun zu vermitteln suchte: innere Bewegung im Bereich der formalen Gestaltung, in den gedanklichen und inhaltlichen Bezügen und Mitteilungen der Bilder ebenso wie in den Reaktionen der Betrachter vor dem Werk. Damit ist der eigentliche Kern seines romantischen Konzeptes über Kunst berührt - seine poetischen Vorstellungen einer ideellen Dynamisierung alles Gestalteten. Wir können Klee in diesen Gedanken kaum folgen, wenn wir nicht bereit sind, das Kunstwerk als ein organisch gewachsenes Gebilde zu erfahren, in welchem sich die Erscheinungsformen der Naturschöpfung und des lebendigen Lebens in ihrer ganzen Vielfalt gespiegelt finden. "[...] ich möchte über das Pathos hinaus die Bewegung ordnen. (Die neue Romantik)", notierte er 1914 programmatisch in sein Tagebuch." (Jürgen Glaesemer, Zitat aus op.cit., S. 13).

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