Auction 910, Moderne Kunst, 28.11.2007, 00:00, Köln Lot 315

Leo Putz, Blumen

Leo Putz, Blumen, 1900, Auktion 910 Moderne Kunst, Lot 315

Öl auf Karton 83,5 x 69,3 cm, gerahmt. Unten links z.T. schwer leserlich signiert und datiert 18. Nov. 1900 Leo Putz. - Rückseitig mit einem angeschnittenen blauen Stempel, vermutlich einer Münchner Malmittelhandlung. Auf der Rahmenpappe mit dem Ausstellungsetikett des New Yorker Metropolitan Museum of Art versehen, darin handschriftlich mit den Angaben zum Künstler, Adresse, Besitzer und dem Bildtitel "Leo Putz München Göthestrasse 64 Moderne Kunsthandlung München Blumen" bezeichnet.

Nicht bei H. Putz

Provenance

Moderne Kunsthandlung Brakl, München; ehemals Sammlung Adolf Simons, Wuppertal; seitdem in Familienbesitz

Expositions

New York 1908/1909 (Metropolitan Museum of Art), Ausstellung deutscher Kunstwerke im Metropolitan Museum of Art in New York 1908-09

In seinem malerischen Frühwerk ist Leo Putz ganz dem Münchner Jugendstil verbunden; poetische und allegorische Stoffe sind seine Bildthemen und anthropomorphe Fabelwesen bevölkern seine Werke. Initiator der "Jugend", Dr. Georg Hirth, war Gönner und Freund Putz' und hatte Anteil an der Gründung der Münchner "Sezession" 1892. Sein Haus wurde der Mittelpunkt des künstlerischen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Leo Putz wurde von dem in München herrschenden Klima erfaßt, seine Landschaftsbilder aus diesem Zeitraum näherten sich der 'Dachauer Schule', einer ähnlich wie in Barbizon vorzufindenden Freiluftmalerei, hier moorig erdverbunden. Vor diesem Hintergrund ist die ungewöhnliche und im Werk von Leo Putz einzigartige Komposition, die Kombination von Landschaft und Blumenstilleben zu verstehen: Symbolistische und japonistische Spielarten des Jugenstils sind hier die treibenden Kräfte in der Motivfindung, die Umsetzung in lasziven Farbvaleurs. Unmittelbar groß an den Bildrand ist der Strauß Herbstastern und Dahlien dem Betrachter entgegengerückt. Die motivbezogene Führung des Pinselstrichs - sternförmig die Blüten, ruhigfließend das Gewässer und parallel vertikal gesetzt für den Bodenbewuchs - verleihen dem Gemälde eine haptische Unmittelbarkeit und Frische und lassen das Blumengebinde duftig aus dem Bildgrund heraus leuchten.

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