Renger-Patzsch, Albert

Albert Renger-Patzsch

Albert Renger-Patzsch

Albert Renger-Patzsch wollte keine Kunst schaffen, sondern die Schönheit der wirklichen Welt abbilden – zuverlässig und präzise. Mit seinem praktischen und theoretischen Werk schuf er die Grundlage für die moderne Fotografie und wurde zu einem Wegbereiter der Neuen Sachlichkeit.

Albert Renger-Patzsch - Ein ganzes Leben für die Fotografie

Albert Renger-Patzsch wurde am 22. Juni 1897 in Würzburg geboren. Die Begeisterung für die Fotografie weckte der gleichsam interessierte Vater schon früh bei dem Jungen, und so beherrschte Albert Renger-Patzsch bereits im Alter von 14 Jahren das fotografische Handwerk von der Aufnahme bis hin zur Entwicklung. Sein in Dresden begonnenes Chemiestudium brach er bald wieder ab, um in Hagen das Bildarchiv des Folkwang-Verlages zu leiten. Ein Jahr später wechselte er zu einer Berliner Bildagentur, ehe er sich 1925 als selbstständiger Fotograf in Bad Harzburg niederließ. 1929 zog es ihn nach Essen, wo ihm das Museum Folkwang ein Atelier zur Verfügung stellte. Als Lehrer fühlte er sich so wenig wohl wie als Schüler: 1933 brach er seine Lehrtätigkeit an der Folkwangschule ab. Nachdem der Zweite Weltkrieg mit seinen verheerenden Bombenangriffen einen Großteil seines Werks vernichtet hatte, zog er sich an den Möhnesee zurück und pflegte die Naturfotografie. Einen Teil seiner Arbeit veröffentlichte er in der Kulturzeitschrift Westfalenspiegel.

Der Künstler, der lieber Fotograf sein wollte

Albert Renger-Patzsch hielt nichts von der Kunstfotografie und wollte auch kein Künstler sein; er sah sich selbst als Fotograf und mahnte seine Zunft entschieden, die Kunst den Künstlern zu überlassen und stattdessen auf ehrliche und nüchterne fotografische Qualität zu setzen. Diesen Standpunkt hielt der Fotograf in mehreren Essays fest, in denen er sich auch gegen jede Interpretation seiner Arbeiten ausspricht und auf ihr ausschließliches Verständnis als fotografische Dokumentation besteht. Diese Philosophie prägte sein gesamtes Schaffen und erwies sich als wegweisend für die Neue Sachlichkeit. In den 1920er-Jahren erschienen seine Naturfotografien in der Buchreihe Die Welt der Pflanze, ab 1925 dokumentierte Albert Renger-Patzsch die Industrielandschaften des Ruhrgebietes. Eine seiner wichtigsten Veröffentlichungen war das von Carl Georg Heise herausgegebene Fotobuch Die Welt ist schön, das 100 Fotografien aus unterschiedlichen Bereichen in faszinierender Einfachheit und Klarheit enthält.

Fotografisches Vermächtnis mit Nachwirkung

Auch wenn ihrem Schöpfer jede künstlerische Intention fernlag, besitzen die Fotografien von Albert Renger-Patzsch doch einen immensen ästhetischen und auch künstlerischen Wert. Gerade seine mit feinem Gespür komponierten Aufnahmen moderner Landschaften, auf denen Fabrikschornsteine und Bäume zu einem faszinierenden Gemisch aus Bauwerk und Natur verschmelzen, zeugen von der gewollt melancholisch-düsteren Bildersprache des Fotografen. So sind die vorgeblichen Dokumentationen von Albert Renger-Patzsch immer mehr als ein bloßes Abbild. Für seine Fotokunst erhielt Albert Renger-Patzsch Preise wie die David-Octavius-Medaille und den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie – und stand schließlich selbst Pate für eine begehrte Auszeichnung: Die Stiftung Dietrich Oppenberg vergibt seit 1991 in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang in Essen den mit 250.000 Euro dotierten Albert-Renger-Patzsch-Preis. Diese Ehre hat der Künstler selbst allerdings nicht mehr erlebt: Albert Renger-Patzsch starb am 12. September 1966 in Wamel.

Albert Renger-Patzsch Prices

Artist Artwork Price
Albert Renger-Patzsch Natterkopf €148.800
Albert Renger-Patzsch Das Bäumchen (The Little Tree) €136.400
Albert Renger-Patzsch Mantelpavian (Sacred Baboon) €31.000
Albert Renger-Patzsch Strumpffabrik Schocken, Chemnitz €31.000
Albert Renger-Patzsch Near Essen €24.800

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