Auction 889, Alte Kunst, 20.05.2006, 00:00, Köln Lot 1121

Adriaen van Ostade, BAUERNTANZ IN DER SCHEUNE.

Adriaen van Ostade, BAUERNTANZ IN DER SCHEUNE., 1645, Auktion 889 Alte Kunst, Lot 1121

Signiert und datiert unten Mitte: AV Ostaden 1635.

Öl auf Holz (parkettiert). H 60; B 93 cm.

Provenance

Slg. Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein (vom Fürsten zwischen 1873 und 1885 verkauft, denn im Katalog der Liechtenstein'schen Gemäldegalerie von 1873 wird das Bild als Nr. 863 erwähnt, im Katalog von 1885 dagegen nicht mehr); Galerie Sedelmeyer, Paris; Galerie Charpentier, Paris; Slg. Adolphe Schloss, Paris; Auktion Christie's, London, Mai 1949; Slg. Schäfer, Paris; 429. Lempertz-Auktion, Köln, 03.11.1950, Lot 92; Slg. Baldus; 729. Lempertz-Auktion, Köln, 18.05.1996, Lot 1122; Südwestdeutsche Privatsammlung.

Literature

Katalog der Fürstlich Liechtensteinischen Gemäldegalerie, Wien 1873, S. 99, Nr. 862; C. Hofstede de Groot, Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragendsten holländischen Maler des XVII. Jahrhunderts, Bd. III, Esllingen-Paris 1910, S. 316, Nr. 551.

Es handelt sich um ein hervorragendes, charakteristisches und gut erhaltenes Frühwerk des Haarlemer Malers, dessen Schilderung des bäuerlichen Lebens im Innenraum für die holländische Malerei grundlegend ist (W. Bernt). Bernt weiter: "Mit unermüdlicher Erzählerkunst werden die Figuren gruppiert, das Interesse an der Individualisierung wächst (Charakterköpfe)...". Die Bedeutung unseres Bildes war bereits im 19. Jahrhundert bekannt, denn immerhin wurde es durch einen Stahlstich reproduziert. Im Katalog der Slg. Liechtenstein, der wichtigsten Gemäldegalerie Wiens, war es mit einem Stern versehen, was heißen sollte: "es sind diejenigen (Bilder), auf welche die Aufmerksamkeit des eilenden Publicums mehr hingelenkt wird, um das Suchen in der Menge zu ersparen".

Ostade, "dessen Bauerntypen trotz einer gleichbleibenden sympathischen Häßlichkeit allgemeingültig geworden sind" (Bernt), galt schon früh als einer der Hauptrepräsentanten der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Seine Werke waren immer begehrt und teuer, was zur Folge hatte, dass zahlreiche Nachahmer und Fälscher sich seines Oeuvres bemächtigten. Er selbst war nicht nur ein äußerst qualitätvoller, sondern auch ein sehr produktiver Künstler (ca. 1000 eigenhändige Arbeiten sind bekannt).

Das hier vorliegende Gemälde, durch seine fürstliche Provenienz gleichsam geadelt, ist ein hervorragendes Beispiel für den hohen Rang von Ostades Kunst. Wir schätzen uns glücklich, es erneut anbieten zu können. Nach diesem Gemälde entstand ein Stahlstich von L. Beyer (vgl. "Die Kunstschätze Wiens in Stahlstich", Triest 1855).

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