Oehlen, Albert

Albert Oehlen

Wenn ein Künstler erklärtermaßen gute Bilder malen möchte, seine Werke aber unter dem Label "Bad Paintings" präsentiert, dann deutet dies schon an, dass er mit den herkömmlichen Kategorien des Schönen und Hässlichen nicht viel anzufangen weiß. Tatsächlich löst der Maler Albert Oehlen mit seiner Kunst bestehende Bezüge auf und schafft sich einen eigenen Raum voll neuer Relationen.

Albert Oehlen - Provokationen, die keine sein sollen

Albert Oehlen wurde am 17. September 1954 in Krefeld als ältester Sohn des Karikaturisten Adolf Oehlen geboren. Das zeichnerische Talent war Oehlen in die Wiege gelegt, ein Kunststudium lag nahe. An der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg waren Claus Böhmle und Sigmar Polke seine Lehrer. Schon zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn gelang ihm mit seinem Freund und Kollegen Werner Büttner eine aufsehenerregende Provokation, als er die Öffentlichkeit durch ein pornografisches Detail in einem eigens für die Buchhandlung "Welt" geschaffenen Wandbild erregte. Die Künstler bestritten jedoch jegliche Absicht hinter dem Skandal und besserten ihr Werk nach. Ebenfalls mit Büttner gründete Albert Oehlen die "Liga zur Bekämpfung widersprüchlichen Verhaltens" – was ihn freilich nicht davon abhielt, seine eigenen Werke immer wieder aus einem spannenden Geflecht ganz unterschiedlicher Widersprüche zu konstruieren. Aber auch bei Bildern wie seinem berüchtigten "Selbstporträt mit verschissener Unterhose und blauer Mauritius" wies Oehlen jede unterstellte Provokation weit von sich. Er habe mit der Kombination von Fäkalien und Kostbarkeit sein Publikum lediglich zu einer tiefergehenden Interpretation auffordern wollen, gab der Künstler ungerührt zu Protokoll.

Multimediakünstler mit dem Schwerpunkt Malerei

Es wundert nicht, dass Albert Oehlen mit solch ungezwungener Attitüde schnell zu einem wichtigen Bestandteil der Bewegung der "Neuen Wilden" wurde. Der Künstler selbst machte sich wenig aus derlei Zuschreibungen, fand die meisten Kategorisierungsversuche seiner Arbeit albern und sah sich trotz aller humoristisch-parodistischen Ansätze als ernsthaften Maler an. Die Malerei blieb dabei zwar Mittelpunkt seines Schaffens, machte aber nicht das gesamte Werk aus: Als einer der ersten Multimedia-Künstler schuf Albert Oehlen auch Computerbilder, die heute im Licht der unaufhörlich voranschreitenden Technik mitunter naiv anmuten und dennoch eine gewisse eigenständige Faszination bewahrt haben. Häufig konzipiert Oehlen seine Werke seriell, lässt Bild auf Bild folgen und komponiert damit visuelle Suiten, die ihre Betrachter vor sich hertreiben und ihnen eine konkrete Interpretation und Zuordnung so schwer wie möglich machen. Seine begeisterten Experimente nennt der Künstler "postungegenständlich", abseits dieser Grenzerweiterungen zieht er sich immer wieder zurück auf seinen Startpunkt, das klassische Malen auf Leinwand.

Anhaltender internationaler Erfolg

Auch jenseits der deutschen Kunstszene erlangte Albert Oehlen große Aufmerksamkeit. Auf der ganzen Welt stellte er aus und fand Aufnahme in öffentlichen Sammlungen. Die Kunstakademie Düsseldorf würdigte ihn einer Professur, die er von 2000 bis 2009 innehatte. Für sein Werk erhielt Albert Oehlen Preise und besondere Auszeichnungen, so verlieh ihm im Jahr 2015 das School of the Art Institute of Chicago die Ehrendoktorwürde. Im selben Jahr kuratierte er eine Ausstellung aus eigenen und fremden Werken im Essener Folkwang Museum – für Oehlen eine willkommene Gelegenheit, neue Bezugspunkte zu knüpfen und seine eigene Kunst mit den Werken anderer kommunizieren zu lassen. Albert Oehlen lebt und arbeitet in der Schweiz. Sein jüngerer Bruder Markus Oehlen ist ebenfalls als Maler erfolgreich.

Albert Oehlen Prices

Artist Artwork Price
Albert Oehlen Industrielle Elfen €260.400
Albert Oehlen The green door €31.720
Albert Oehlen Ohne Titel €27.370
Albert Oehlen Ohne Titel €17.700
Albert Oehlen Ohne Titel (Konstruktion) €17.700

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