Lanskoy, André

Andre Lanskoy

Eine Laune der Geschichte brachte Andre Lanskoy um seinen Grafentitel, sein großes künstlerisches Talent aber war ihm geblieben: Als einer der wichtigsten Vertreter der Lyrischen Abstraktion, des Informel und des Impressionismus errang er bleibenden Ruhm und sicherte sich seinen verdienten Platz in den Annalen der Kunstwelt.

Andre Lanskoy - Flucht nach Kiew und Paris

Der 31. März 1902 war kein guter Zeitpunkt, um in Russland als Sohn eines Adligen geboren zu werden. Auch die Familie des kleinen Andrei Michailowitsch Lanskoi musste vor den blutigen Wirren der Russischen Revolution nach Kiew fliehen. Hier übte sich Andre Lanskoy erstmals in der Malerei und nahm Unterricht bei dem ebenfalls aus Russland emigrierten Sergei Sudelkin. Für eine kurze Zeit besuchte Andre Lanskoy die Krim, von der er 1921 nach Paris weiterzog. Die französische Hauptstadt sollte ihm für den Rest seines Lebens Heimat und Inspiration sein. Der Künstler selbst sagte später im Rückblick über seine Ankunft in Paris, er habe bereits in der ersten Nacht angefangen zu malen und seitdem nicht mehr aufgehört.

Vertiefende Studien und erste Erfolge

Andre Lanskoy nahm ein Studium der Malerei an der Académie de la Grande Chaumière auf, seine Arbeiten aus dieser Zeit waren durch den starken Einfluss von Vincent van Gogh, Henri Matisse und Chaim Soutine geprägt. André Lanskoy malte vornehmlich Stillleben, Portraits und figürliche Bilder. Im Jahr 1923 durfte er sich zum ersten Mal an einer Gruppenausstellung in der Galerie Licorne in Paris beteiligen. 1924 weckte er mit seinem Werk "La Noce" die Aufmerksamkeit des deutschen Sammlers und Kunsthändlers Wilhelm Uhde, der Andre Lanskoy lange Jahre förderte und nahezu jedes seiner Bilder erwarb. Auch seine erste Einzelausstellung verdankte Lanskoy der Hilfe Uhdes.

Zahlreiche Ausstellungen und wichtige Kontakte

Nicht zuletzt durch die Vermittlung Wilhelm Uhdes konnte Andre Lanskoy in den folgenden Jahren viele wertvolle Kontakte knüpfen. Mit zahlreichen anderen aus Russland emigrierten Künstlern führte er Ausstellungen durch, unter anderem mit Robert und Sonia Delaunay, Ossip Zadkine und Léopold Survage. Damit einher ging auch ein gewisser kommerzieller Erfolg: Viele Kunstsammler zahlten für die Werke von Andre Lanskoy Preise in achtbarer Höhe, zu dem Sammler Roger Dutilleul pflegte er bis in die 1940er-Jahre hinein eine freundschaftliche Beziehung.

Hinwendung zur Abstraktion

Im Jahr 1939 wandte sich Andre Lanskoy der abstrakten Malerei zu und schuf neben Gemälden auch Buchillustrationen, Collagen, Mosaiken und Tapisserien. Einen verwandten Geist fand er in Nicolas de Staël, der ebenfalls aus Russland nach Frankreich emigriert war. Beide verband eine enge Freundschaft, die ab 1948 zu mehreren gemeinsamen Ausstellungen führte. Den endgültigen Durchbruch schaffte Andre Lanskoy in den 1950er-Jahren, die ihm internationale Aufmerksamkeit und 1956 sogar eine Teilnahme an der Fine Arts Associates in New York brachten. 1959 stellte er auf der documenta II in Kassel aus, 1965 auf der documenta III. 1960 zollte er seiner verlorenen Heimat Tribut, in dem er an der umfangreichen Ausstellung "Les Peintres Russes de l'école de Paris" im Museum von Saint-Denis partizipierte.

Am 22. August 1976 starb Andre Lanskoy in seiner Wahlheimat Paris. Bis zu seinem Tod hatte er 14 Jahre lang an einer Serie von Collagen und Lithografien zu Nikolai Gogols "Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen" gearbeitet; 1989 wurde diese posthum in einer großen Ausstellung der Aras Gallery präsentiert.

André Lanskoy Prices

Artist Artwork Price
André Lanskoy Les Noirs gagnent €93.000
André Lanskoy Composition €31.200
André Lanskoy Composition €9.600
André Lanskoy Maternité €7.140
André Lanskoy Ohne Titel €6.076

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