Gorny, Hein

Hein Gorny

Hein Gorny - Ohne Titel

Kann Werbefotografie Kunst sein? Ja, muss die Antwort lauten – wenn Hein Gorny die Kamera bedient. Beim Betrachten der Bilder des deutschen Fotografen der Neuen Sachlichkeit vergisst man unweigerlich den kommerziellen Zweck und staunt über die kreative Ausdruckskraft.

Hein Gorny - Freier Fotograf in Hannover, Schwiegersohn von Theodor Lessing

Hein Gorny wurde am 21. April 1904 in Witten geboren. Die halbherzig begonnene Tischlerlehre brach er ab und ging nach Hannover, wo er sich im Umfeld des "Kröpcke-Kreises" bewegte und Hanns Krenz kennenlernte, den damaligen Leiter der Kestnergesellschaft. Dessen Vermittlung war es zu verdanken, dass die ersten Fotografien von Hein Gorny, die auf einer Reise durch Italien und Ägypten entstanden waren, im Hannoverschen Anzeiger veröffentlicht wurden. Anlässlich einer Porträtsitzung mit Theodor Lessing traf Gorny die Tochter des berühmten Kulturphilosophen, Ruth Lessing, und verliebte sich in sie. 1931 ging das Paar nach Berlin, ein Jahr später fand die Hochzeit statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Hein Gorny bereits als Fotograf etabliert, erfreute sich der Förderung durch Albert Renger-Patsch und verkehrte in Hannover mit Intellektuellen wie Erich Kästner und Erich Ohser alias e. o. plauen, an deren Seite er nach Leningrad und Moskau gereist war. 1933 fiel sein Schwiegervater Theodor Lessing in der Tschechoslowakei einem Anschlag nationalsozialistischer Meuchelmörder zum Opfer.

Zahlreiche Erfolge mit einem breiten Themenspektrum

Hein Gorny arbeitete im Stil der Neuen Sachlichkeit für renommierte deutsche Firmen wie AEG, Bahlsen und die Pelikan AG. Mit dem Maler, Dichter und Werbegrafiker Kurt Schwitters gestaltete er für die Hannoverschen Verkehrsbetriebe eine Serie illustrierter Straßenbahnschilder. Neben der Werbefotografie interessierte sich Hein Gorny auch für die Tierfotografie, in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Paul Eipper entstanden Tier- und Landschaftsbücher wie Die gelbe Dogge Senta. Am bekanntesten ist jedoch der Bildband Ein Pferdebuch, zu dem Wolf von Baudissin ein Vorwort schrieb. Hein Gorny betätigte sich auch als Modefotograf und fertigte im Auftrag von Hans-Hasso von Veltheim zahlreiche Aufnahmen von dessen Barockschloss in Ostrau an.

Belastende Kriegsjahre, zunehmend gesundheitliche Beschwerden

Nach dem ein Hetzartikel in der NS-Zeitschrift Das Schwarze Korps auf die nach Meinung der Nationalsozialisten unwürdigen Verbindung Hein Gornys mit einer jüdischen Frau hingewiesen hatte, sah sich der Künstler heftigen Diffamierungen ausgesetzt. Er lehnte die Aufforderung zur Scheidung aber vehement ab und versuchte vergeblich, sich in New York eine neue Existenz aufzubauen. Weil seine Frau keine Aufenthaltsgenehmigung bekam, kehrte er nach Deutschland zurück und schlug sich weiter als Fotograf durch. 1945 geriet das Leben von Hein Gorny endgültig aus den Fugen: Im Januar ließ er sich nach langem Ringen doch scheiden und heiratete seine Fotolaborantin, im April geriet er in sowjetische Gefangenschaft, im Mai wurde er entlassen und es kam zur Scheidung von seiner zweiten Frau, im Herbst heiratete er noch einmal seine erste Frau, von der er sich bereits 1946 wieder scheiden ließ. In der Folge begann er noch mehrere Fotoprojekte, kam aber auch aufgrund einer sich immer deutlicher abzeichnenden Krankheit nicht wieder in Tritt und musste sich schließlich in eine Hannoveraner Heilanstalt begeben. Dort entstanden einige wenige letzte Fotografien.

Hein Gorny starb am 14. Juni 1967 in Hannover an den Folgen eines Zimmerbrands.

Hein Gorny Prices

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Hein Gorny Entwurf zum Berlinbuch €13.640
Hein Gorny Untitled €4.216
Hein Gorny Staircase of ROGO stocking factory, ... €2.108
Hein Gorny Drei Hochspannungsleitungen, Brauweiler ... €1.342
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