Photographie

Die Trinker­fratze
Die Trinker­fratze

Robert Doisneau
COCO

 

Schätzpreis:
€ 5.500 – € 6.500
Ergebnis:
€ 9.000

Doisneaus COCO ist eines der bekanntesten und eindringlichsten Portraits des Photographen: Der unverwandte Blick des Trinkers am Tresen nimmt den Betrachter ebenso gefangen wie seine fratzenhaft wirkende Physiognomie oder das vom Photographen aufmerksam beobachtete Detail seines am Rücken zerschlissenen Mantels. Die Aufnahme entstand auf einem von Doisneaus Streifzügen durch das nächtliche Paris, die er ab 1947 gemeinsam mit seinem Freund und Wegbegleiter, dem Journalisten Robert Giraud unternahm.

 

Giraud war es, der den Photographen, der sich bis dato eher auf Portraits der Künstler- und Intellektuellenszene des Rive Gauche konzentriert hatte, auf die Welt der Clochards und Trinker, der Exzentriker und Ausgegrenzten aufmerksam machte und dadurch den Blick des Photographen nachhaltig beeinflusste.

Vintage, Gelatinesilberabzug hochglänzend,
24 x 18,1 cm, 1952

Robert Doisneau
COCO

 

Schätzpreis:
€ 5.500 – € 6.500
Ergebnis:
€ 9.000

Doisneaus COCO ist eines der bekanntesten und eindringlichsten Portraits des Photographen: Der unverwandte Blick des Trinkers am Tresen nimmt den Betrachter ebenso gefangen wie seine fratzenhaft wirkende Physiognomie oder das vom Photographen aufmerksam beobachtete Detail seines am Rücken zerschlissenen Mantels. Die Aufnahme entstand auf einem von Doisneaus Streifzügen durch das nächtliche Paris, die er ab 1947 gemeinsam mit seinem Freund und Wegbegleiter, dem Journalisten Robert Giraud unternahm.

 

Giraud war es, der den Photographen, der sich bis dato eher auf Portraits der Künstler- und Intellektuellenszene des Rive Gauche konzentriert hatte, auf die Welt der Clochards und Trinker, der Exzentriker und Ausgegrenzten aufmerksam machte und dadurch den Blick des Photographen nachhaltig beeinflusste.

Vintage, Gelatinesilberabzug hochglänzend,
24 x 18,1 cm, 1952

Ohne ihn hätte ich sie nicht kennenge­lernt, die Diebe, die Tätowierten, die Liebesdiene­rinnen und ein buntes Volk unterschied­licher Gestalten.

Robert Doisneau über Robert Giraud, in: Jean-Claude Gautrand, Robert Doisneau 1912 – 1994, Köln 2014, S. 145

Ohne ihn hätte ich sie nicht kennenge­lernt, die Diebe, die Tätowierten, die Liebesdiene­rinnen und ein buntes Volk unterschied­licher Gestalten.

Robert Doisneau über Robert Giraud, in: Jean-Claude Gautrand, Robert Doisneau 1912 – 1994, Köln 2014, S. 145

Das große
Tümmeln
Das große
Tümmeln

Sebastião Salgado
DINKA CATTLE CAMP OF AMAK, SOUTHERN SUDAN

 

Schätzpreis:
€ 9.000 – € 12.000
Ergebnis:
€ 9.000
Gelatinesilberabzug,
37 x 51 cm (50 x 60,5 cm), 2006
Fassbar und
fühlbar
Fassbar und
fühlbar

Hugo Erfurth
OTTO DIX

 

Schätzpreis:
€ 8.000 – € 10.000
Ergebnis:
€ 25.000

Auf diesem Portrait von Otto Dix, das Hugo Erfurth vermutlich um 1933/34 schuf, erscheint das markante Gesicht des Malers in gestochener Schärfe und fast fühlbarer Plastizität. Wir blicken in Augen, die ihr Gegenüber förmlich durchdringen. Die außergewöhnlich intensive Beziehung zwischen Erfurth und Dix bestand zwischen 1920 und 1937. In diesem Zeitraum schuf Erfurth auch etliche Auftragsportraits des Künstlers, seiner Frau Martha und ihren Kindern, umgekehrt hielt Dix die Physiognomie des Photographen in zwei seiner bedeutenden neusachlichen Gemälde fest.

Vintage, Gelatinesilberabzug,
28,2 x 22,8 cm, 1933/34
Jan Dix über seinen
Vater Otto Dix
War Otto Dix politisch?

Wie erinnern Sie sich an Ihren Vater?

Wie erinnern Sie sich an sein Atelier?

(c) Kunstmuseum Stuttgart

Verlorene
Neoplastiken
Verlorene
Neoplastiken
3 Vintages, Gelatinesilberabzüge,
jeweils ca. 8,9 x 11,9 cm, 1926

André Kertész
DREI BÜHNENENTWÜRFE VON PIET MONDRIAN FÜR ‘L’ÉPHÉMÈRE EST ÉTERNEL’

 

Schätzpreis:
€ 12.000 – € 15.000
Ergebnis:
€ 21.000

Ein Stück verlorene Kunstgeschichte und seine Rettung: 1926 entwarf Piet Mondrian für seinen Freund und späteren Biographen, den Kunstkritiker und Künstler Michel Seuphor, drei neoplastische Bühnenentwürfe für dessen Theaterstück L’ÉPHÉMÈRE EST ÉTERNEL. Die Holzmodelle selbst gelten seit 1934 als verschollen. 1964 ließ sie das Stedelijk van Abbemuseum in Eindhoven aufwendig rekonstruieren, basierend auf den Aufzeichnungen von Michel Seuphor – und den hier gezeigten Photographien von André Kertész, der die Modelle 1926 dokumentiert hatte.

3 Vintages, Gelatinesilberabzüge,
jeweils ca. 8,9 x 11,9 cm, 1926

André Kertész
DREI BÜHNENENT-
WÜRFE VON PIET MONDRIAN FÜR ‘L’ÉPHÉMÈRE EST ÉTERNEL’

 

Schätzpreis:
€ 12.000 – € 15.000
Ergebnis:
€ 21.000

Ein Stück verlorene Kunstgeschichte und seine Rettung: 1926 entwarf Piet Mondrian für seinen Freund und späteren Biographen, den Kunstkritiker und Künstler Michel Seuphor, drei neoplastische Bühnenentwürfe für dessen Theaterstück L’ÉPHÉMÈRE EST ÉTERNEL. Die Holzmodelle selbst gelten seit 1934 als verschollen. 1964 ließ sie das Stedelijk van Abbemuseum in Eindhoven aufwendig rekonstruieren, basierend auf den Aufzeichnungen von Michel Seuphor – und den hier gezeigten Photographien von André Kertész, der die Modelle 1926 dokumentiert hatte.

 

Ein Pendeln zwischen Wirklichkeit und eigener Ästhetik.

Maren Klinge über

Albert Renger-Patzsch
THEATER IN VERONA

 

Schätzpreis:
€ 3.000 – € 4.000
Ergebnis:
€ 5.000

Maren Klinge, Expertin für Photographie
T +49 (0) 221 925729-28 | klinge@lempertz.com

Vintage, Gelatinesilberabzug,
22,8 x 16,6 cm (22,9 x 16,6 cm),
um 1935

„Diese Aufnahme des Amphitheaters von Verona war für mich eine der schönsten Entdeckungen der letzten Saison. Vergleichsweise unbekannt, besticht sie durch die für Renger-Patzsch typische Klarheit, Präzision und Ausgewogenheit der Komposition. Durch den eng begrenzten Bildausschnitt und die starken Hell-Dunkel-Kontraste weist das Bild zwar einen hohen Abstraktionsgrad auf, dennoch vermittelt es uns Betrachtern zugleich die tektonischen Charakteristika des Bauwerks. In diesem Pendeln zwischen einer der Wirklichkeit verpflichteten Dokumentation und der vom Motiv losgelösten, eigenen Ästhetik liegt für mich die Faszination der Neusachlichen Photographie.“

Ein Pendeln zwischen Wirklichkeit und eigener Ästhetik.

Maren Klinge über

Albert Renger-Patzsch
THEATER IN VERONA

 

Schätzpreis:
€ 3.000 – € 4.000
Ergebnis:
€ 5.000

Maren Klinge, Expertin für Photographie
T +49 (0) 221 925729-28
klinge@lempertz.com

Vintage, Gelatinesilberabzug,
22,8 x 16,6 cm (22,9 x 16,6 cm),
um 1935

„Diese Aufnahme des Amphitheaters von Verona war für mich eine der schönsten Entdeckungen der letzten Saison. Vergleichsweise unbekannt, besticht sie durch die für Renger-Patzsch typische Klarheit, Präzision und Ausgewogenheit der Komposition. Durch den eng begrenzten Bildausschnitt und die starken Hell-Dunkel-Kontraste weist das Bild zwar einen hohen Abstraktionsgrad auf, dennoch vermittelt es uns Betrachtern zugleich die tektonischen Charakteristika des Bauwerks. In diesem Pendeln zwischen einer der Wirklichkeit verpflichteten Dokumentation und der vom Motiv losgelösten, eigenen Ästhetik liegt für mich die Faszination der Neusachlichen Photographie.“

Was ich mir vor Beginn einer Spray-Arbeit vorstelle, sieht ganz anders aus als das, was ich dann wirklich mache. Ich mag vorher schlaue Ideen haben, aber wenn ich es dann tue, führe ich nicht einfach meine geistigen Vorstellungen aus. Alles, was ich in meinem Bild tue, beruht auf einem bestimmten Gedanken, dem sich der nächste anschließt und so weiter – deshalb ist es so ganz anders als Fotografie.

Katharina Grosse im Gespräch mit Jonathan Watkins, Wie man mit dem Malen anfängt und aufhört, in: Susanne Böller (Hg.), Cool Puppen, Der weisse Saal trifft sich im Wald, Ich wüsste jetzt nichts, Ausst.Kat., Ikon Gallery, Birmingham u.a., Wolfratshausen 2002, S.27