Karl Peter Röhl - Ohne Titel

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Karl Peter Röhl

Ohne Titel
1949

Öl auf Leinwand 117 x 179 cm signiert

Ist die interessante Rückseite der Leinwand in manchem Detail noch eine formale Reminiszenz an die stilisierten Figurinen des Bauhauses, zeigt die Vorderseite Röhls abstrakten Spätstil, den er selbst als "absolute Malerei" bezeichnete. Im Kontext der Nachkriegsabstraktion bedeutet dies auch ein neuerliches persönliches Anknüpfen an die eigenen expressiv-abstrakten Tendenzen vor 1920 in Berlin und Weimar.
"Im Mai 1946 kam ich aus der Kriegsgefangenschaft in Marseille wieder zurück in mein Elternhaus in Kiel. Damals war Kiel ein Trümmerfeld, aber es hatte das wundervolle helle Licht und seine Bläue, seine Bäume und Hügel und die wirbelnden Wellen behalten. Der Kunsthändler Herr Hattesen aus Flensburg ermöglichte mir durch seine Gabe der ersten Wachsstifte und von Zeichenpapier aus Dänemark, mit der Weiterarbeit zu beginnen. Es waren die liebenswürdigen Dänen von der Bernadotte-Skolen in Kopenhagen, die mir dänische Wachsstifte besorgten. Meine Arbeit begann am Meer mit Findlingen der Erosion, den Wellenzeichnungen am Strand und den Trümmerflecken der zerstörten Stadt. Es war damals nicht einfach, für gegenstandslose Malerei Freunde zu gewinnen. [...] Durch unermüdliche Arbeit war ich glücklich, hier in der nordischen Heimat dasselbe Gleichgewicht, die gleiche Schöpferkraft zu finden wie in den Studienjahren 1908-1912 in Berlin am Königlichen Kunstgewerbemuseum und in Weimar von 1912-1914 an der Großherzoglichen Hochschule für bildende Kunst." (Karl Peter Röhl, zitiert nach: Ausst. Kat. Karl Peter Röhl, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Graphik, Schleswig, Schloß Gottorf, 1965, Vorwort des Künstlers).

Provenance

aus dem Nachlaß des Künstlers bzw. der Familie des Künstlers; Galerie Gmurzynska, Köln; Rheinische Privatsammlung

Exhibitions

Köln 2001 (35. Art Cologne, Galerie Gmurzynska)

Lot 367 D

Estimate:
25.000 € - 30.000 €

Result:
26.180 €