Jan Brueghel d. J. - ADAM BEI DER FELDARBEIT.

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Jan Brueghel d. J.

ADAM BEI DER FELDARBEIT.
4 1630

Jan Breughel malte die Landschaft, die Tiere und die Blumen, während die Figuren von einem bisher unbekannten Maler um 1650 ausgeführt wurden. K. Ertz nennt in seinem Gutachten spekulativ die Namen Jan van de Perre und Pieter Wauters, verweist jedoch darauf, dass diese Frage beim gegenwärtigen Forschungsstand nicht definitiv zu beantworten ist. "Fest steht allerdings, dass der Figurenmaler zu den besseren Malern seiner Zeit gehört haben muss, denn gerade die Physiognomie der beiden Figuren Adam und Eva ist bei vergleichbaren Paradiesdarstellungen des Malers in selten anzutreffender Individualität geschildert...".
Zur Erhaltung des Bildes schreibt Ertz: "Der Erhaltungszustand des Gemäldes ist als sehr gut zu bezeichnen. Unter Zuhilfenahme einer UV-Lampe konnte ich keine wesentlichen Retuschen oder Übermalungen erkennen. Lediglich an den Rändern finden sich die bei solch großen und dünnen Kupferplatten, die wie hier meist auf Holzplatten aufgenagelt wurden, die üblichen Farbabsplitterungen. Die Farben, die dick und pastos aufgetragen sind, machen einen leuchtenden Eindruck. Die in einem letzten Arbeitsgang aufgetragenen Weißhöhungen in den Figuren, den Tieren, den Baumstämmen und an den Felsrändern sind in perfektem Zustand erhalten...".
Ertz vergleicht das hier vorliegende Gemälde mit folgenden um 1650 entstandenen authentischen Werken Breughels: 1. "Gottvater über dem Paradies", ehemals Galerie Hartveld, Antwerpen (1927). 2. "Paradieslandschaft mit der Erschaffung Evas", ehemals Galerie Fischer, Luzern (1966). 3. "Paradieslandschaft mit Sündenfall", Pinacoteca Ambrosiana, Mailand (Inv. Nr. 69). 4. "Paradieslandschaft mit Vertreibung", Pinacoteca Ambrosiana, Mailand (Inv. Nr. 63). 5. "Adam bei der Feldarbeit", Versteigerung L. Spik, Berlin, 02.05.1957, Lot 85. 6. "Adam bei der Feldarbeit", Amerikanischer Privatbesitz. Ertz schreibt hierzu: "Das zu begutachtende Gemälde steht diesen (den Vergleichsbildern) stilistisch sehr nahe. Die Farben sind in dieser späten Zeit in ihrer Buntheit etwas mehr zurückgenommen zugunsten einer tonigeren Farbpalette. Der Einfluss sowohl der holländischen Malerei als auch der des Schwiegersohnes David Teniers d. J. wird in diesen Gemälden deutlich...".
Ertz beschließt sein Gutachten mit folgender Charakterisierung unseres Bildes: "Der in später Zeit des Malers ausgesprochen malerische Pinselstrich, locker und schnell eingesetzt, zeigt uns in dem zu begutachtenden Bild einen Maler, der sich von der frühen, von den Gemälden seines Vaters übernommenen, minutiös und detailgenau eingesetzten Pinselführung weit entfernt hat. Locker und frei umreißt er in schwungvollem, schnellem Strich seine Formen, der Gesamteindruck der malerischen Vielfalt ist ihm nun wichtiger als das kleinteilig genau Ausgemalte...".

Certificate

K. Ertz.

Provenance

Privatsammlung, Schweiz.

Lot 1026 Dα

Estimate:
100.000 € - 150.000 €

Result:
119.000 €