John Constable

Geburtsdatum/-ort

11. Juni 1776 in East Bergholt

Todestag/-ort

31. März 1837 in London

John Constable veredelte den detailgetreuen Naturalismus seiner Landschaftsgemälde mit einem romantisch gefärbten Blick auf den Himmel. Als Sohn einer Müllerfamilie besaß der englische Maler ein Auge für Wind und Wetter, dessen Stimmungen er auf meisterhafte Weise einzufangen und festzuhalten vermochte.

John Constable - Lieber Künstlerkarriere als Leitung der väterlichen Kornmühle

John Constable wurde am 11. Juni 1776 in East Bergholt in der englischen Grafschaft Suffolk geboren. Als viertes von sechs Kindern eines wohlhabenden Kornhändlers wuchs er in behüteten Verhältnissen auf und erhielt eine gute Schulbildung. Aufgrund einer geistigen Behinderung seines älteren Bruders war John Constable dazu ausersehen, die Nachfolge seines Vaters anzutreten und arbeitete deshalb nach Abschluss seiner Schulzeit in der familieneigenen Getreidemühle mit. Die Neigung zur Kunst ließ John Constable aber nicht los und führte ihn schließlich mit Zustimmung seiner Eltern nach London, wo er 1799 als Proband in die Royal Academy eintrat und dort die Anatomie- und Stilleben-Klassen besuchte. Die Leitung des väterlichen Betriebs übernahm schließlich sein jüngerer Bruder Abraham. Trotz seines kurzfristigen Studiums blieb John Constable als Maler weitgehend Autodidakt; er ahmte die alten Meister nach und orientierte sich an Künstlern wie Annibale Carracci, Peter Paul Rubens, Thomas Gainsborough, Jacob van Ruisdael und Claude Lorrain.

Hochzeit und künstlerischer Durchbruch gegen viele Widerstände

John Constable lehnte im Jahr 1802 einen Lehrauftrag des Great Marlow Military College ab und setzte damit nach Meinung von Benjamin West, dem damaligen Direktor der Royal Academy, seine Karriere als Künstler aufs Spiel. Ungeachtet dieser Widerstände etablierte sich Constable als Maler; noch im selben Jahr konnte er in London seine erste Ausstellung eröffnen und erwarb ein Atelier in seiner Geburtsstadt East Bergholt. Seine tiefe Liebe zu der zwölf Jahre jüngeren Beamtentochter Maria Bicknell wurde zwar aufrichtig erwidert, traf aber auf den erklärten Widerstand der Familie seiner Braut, und auch die Eltern verweigerten ihre Zustimmung, solange der Künstler finanziell nicht auf festem Grund stand. Der plötzliche Tod von Vater und Mutter in rascher Folge brachte Constable in den Besitz einer Erbschaft, die ihm die ersehnte Eheschließung ermöglichte. Für den Maler begann eine glückliche Zeit: Seine Frau schenkte ihm sieben Kinder, seine Landschaftsbilder trafen auf großen Anklang. Er wurde außerordentliches Mitglied der Royal Academy und vom französischen König mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Mit seinen Bildern beeinflusste Constable maßgeblich die berühmte Schule von Barbizon in Frankreich.

Meisterhafte Landschaften und wolkenreiche Himmel

John Constable hatte sehr unter dem frühen und unerwarteten Tod seiner Frau zu leiden, die an Tuberkulose starb. Er trug fürderhin nur noch schwarze Kleidung, sorgte allein für seine sieben Kinder und verfiel häufig in Depressionen und Schwermut. Trotzdem schuf er weiterhin eindrucksvolle Stimmungsbilder, die seinen Ruhm als Maler mehrten und ihn zum bedeutendsten englischen Landschaftsmaler neben William Turner machten. Insbesondere seine meisterhafte, dramatische Darstellung des Wolkenzuges faszinierte ein wachsendes Publikum .Nur dreimal malte John Constable Bilder mit religiösen Motiven. Der künstlerische Wert dieser Werke wird von Kennern gemeinhin weit weniger geschätzt als die prachtvollen Landschaftsgemälde des berühmten Romantikers. Es handelte sich um Auftragsarbeiten, die Constable eine für damalige Verhältnisse achtbare Summe Geld einbrachten.

John Constable starb am 31. März 1837 in London.

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