Bernhard Prinz

Geburtsdatum/-ort

1953 in Fürth

Bernhard Prinz - Ohne Titel
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Bernhard Prinz Biografie

Bernhard Prinz nimmt mit seiner Fotografie malerische Traditionen auf und stellt sie auf innovative Weise infrage. Seine ausdrucksstarken Experimente zwischen Allegorie und Architektur haben den deutschen Künstler zu einem der wichtigsten Vertreter der Gegenwartsfotografie gemacht.

Bernhard Prinz - Fotografische Kunst jenseits von Wahrheit und Wirklichkeit

Bernhard Prinz wurde 1953 in Fürth geboren. Sein Interesse an der Kunst führte ihn 1975 an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo er zunächst Kunstgeschichte studierte, und dann 1976 für ein Studium der freien Kunst an die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Als sein Medium der Wahl kristallisierte sich bald die Fotografie heraus, der er sich auf ganz eigene Weise näherte. Noch im letzten Jahr seines Studiums konnte Bernhard Prinz erste fotografische Arbeiten in der Galerie Näke in Nürnberg präsentieren. Immer wieder gelingt dem Künstler eine gewollte, stark betonte Inszenierung, die sich ungeachtet aller Übertreibung niemals im Netz von Pathos und Kitsch verfängt. Für die Fotografien entstehen im Vorfeld mitunter fantastische Modelle aus Sperrholz und Pappe, die zunächst nur als Kulisse gedacht waren, inzwischen aber ein künstlerisches Eigenleben entwickelt haben. Die zugleich fantasievollen und durchdachten Arrangements hinterfragen durch ihre gekonnte Verschmelzung von Illusion und Wirklichkeit den Wahrheitsgehalt der Fotografie.

Starke junge Frauen als Ikonen der Kunstgeschichte

Bernhard Prinz übersetzt mit seinen fotografischen Arbeiten die Sprache der bildnerischen Tradition in die Moderne: Ausgehend vom künstlerischen Ideal, das sich über Jahrhunderte hinweg in der kanonischen Kunstgeschichte etabliert hat, nehmen bereits die frühen Bilder diese Konventionen scheinbar arglos auf, nur um sie auf den zweiten Blick mit subtil eingearbeiteten Brüchen zu hinterfragen. Da gibt es das klassische Motiv der Maria lactans, der stillenden Gottesmutter, das schon in der Antike mit der Göttin Isis und dem Horusknaben weite Verbreitung gefunden hat, von Bernhard Prinz aber originell und pointiert verfremdet wird: Auf seiner Fotografie trägt die Madonna zur mütterlich entblößten Brust eine unerwartet martialisch anmutende Militärkleidung. Ikonen nennt der Künstler selbst diese Werkreihe, in deren Mittelpunkt moderne junge Frauen stehen, die einerseits blass und zerbrechlich wirken, andererseits aber eine schwer fassbare Stärke ausstrahlen. Die romantisch-religiös verbrämte Verklärung der Frau vergangener Kunstepochen wird auf die Frauen von heute übertragen, mit der kühnen Botschaft, dass jede Frau diese Erhöhung erreichen kann.

Neue Akzente gegen überkommene Erwartungen

Bernhard Prinz hat neben seinen Ikonen mit den Fotoserien Krux und Blessur zwei weitere vielbeachtete Werkreihen geschaffen. Für Krux hat er Kinder an der Schwelle zur Pubertät fotografiert, die im Begriff stehen, den bergenden Bereich kindlicher Unschuld gegen das Aufbegehren und die fortentwickelte Identität der Jugend einzutauschen. Die Bilder bestechen durch eine faszinierende Ambivalenz, die widersprüchliche Doppelidentität von Kind und erwachsener Persönlichkeit wird geradezu greifbar. Blessur zeigt eine neue Sprache der Schönheit, Menschen mit besonderen Merkmalen, eigenwilliger Kleidung, Verletzungen, Schmuckstücken, die den gängigen Vorstellungen und Idealen eigene Akzente entgegensetzen. Neben seinen menschlichen Modellen zeigt Bernhard Prinz auf seinen Fotografien natürliche Pflanzen, künstliche Stoffskulpturen und Architekturen. Für seine innovativen fotografischen Ansätze erhielt Bernhard Prinz Preise und Stipendien, darunter 1994 ein Stipendium der Villa Massimo in Rom und 2005 die David-Octavius-Hill-Medaille. Im Jahr 2004 übernahm Prinz an der Kunsthochschule Kassel eine Professur für Experimentelle Fotografie.

Bernhard Prinz lebt und arbeitet in Hamburg.

© Kunsthaus Lempertz

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