Marinus van Reymerswale

Geburtsdatum/-ort

1490, Provinz Zeeland, Niederlande

Todestag/-ort

1546, Goes, Niederlande

Marinus van Reymerswale - Der Geldverleiher
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Marinus van Reymerswale Biografie

Marinus van Reymerswale war ein flämischer Renaissancemeister in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Sein Leben blieb von vielen Geheimnissen verschleiert; er prangerte bildgewaltig die Gier des Antwerpener Finanzwesens an und galt der Nachwelt zeitweilig als fanatischer Ikonoklast.

Marinus van Reymerswale - Eine Biografie mit vielen Lücken

Marinus van Reymerswale wurde um das Jahr 1490 herum in Reimerswaal geboren. Sein Vater hieß wahrscheinlich Claes van Ziericsee und erscheint 1475 im Register der Antwerpener St. Lukasgilde als Freimeister (»vrymeester«). Marinus selbst scheint es in Antwerpen nicht zum Meister gebracht zu haben, ist allerdings im selben Register 1509 unter dem Namen »Moryn Claessone, Zeelander« als Lehrling (»leerjongher«) eines Glasmalers namens Symon van Dale erwähnt, nachdem er fünf Jahre zuvor schon an der Universität von Leuven als Student eingeschrieben war. Schwerpunkt seiner späteren künstlerischen Tätigkeit scheint aber nicht Antwerpen gewesen zu sein, sondern seine Geburtsstadt, das 25 Kilometer nordwestlich gelegene Reimerswaal, das zu dieser Zeit mit rund 2.500 Einwohnern die drittgrößte Stadt der niederländischen Provinz Zeeland war. Die enge Verbindung des Malers mit seiner Geburtsstadt wird nicht nur durch seine Namenswahl dokumentiert – er signierte zwar nicht alle, aber doch eine Vielzahl seiner Werke mit dem Zusatz »Reymerswale« –, sondern auch durch die Motivwahl, da sich in seinen Bildern häufig Hinweise auf Bürger aus Reimerswaal finden.

Die »Avaritia« als zentrales Motiv

Marinus van Reymerswale behandelte in seinem künstlerischen Schaffen nur vergleichsweise wenige Motive. Bei deren Auswahl orientierte er sich an seinen beiden großen Vorbildern Quentin Massys und Albrecht Dürer, wobei insbesondere der Erstgenannte einen spürbaren Einfluss auf die Malweise Marinus van Reymerswales ausübte. Eine Vielzahl seiner Bilder lassen sich als Allegorien der Habsucht, lateinisch »Avaritia«, eine der sieben christlichen Todsünden, interpretieren. Geldwechsler, Wucherer und Anwälte tauchen immer wieder auf und werden mit allen Einzelheiten in ihrer Prunksucht dargestellt. Hintergrund für diesen kaum zu übersehenden künstlerischen Schwerpunkt ist möglicherweise das zu dieser Zeit in Antwerpen entstehende Finanzwesen, dessen Umtrieben der Maler kritisch gegenüberstand. Auch bei der Wahl seiner religiösen Motive spielte dieses Sujet eine Rolle: Hier widmete sich Marinus van Reymerswale mit Vorliebe dem Apostel Matthäus, der vor seiner Berufung zum Jünger Christi unter dem Namen Levi als Zöllner und Wucherer gelebt hatte. Mit seinen Bildern wurde Marinus über die Grenzen Flanderns hinaus bekannt und erreichte vor allem in Italien und Spanien ein großes Publikum.

Bildermaler oder Bilderstürmer?

Marinus van Reymerswale wurde in der Vergangenheit häufig mit dem reformatorischen Bildersturm in Verbindung gebracht, an dem er sich im zeeländischen Middelburg beteiligt haben soll. Diese Annahme geht auf den Chronisten Adrianus 's Gravezande zurück, gilt in der modernen Forschung aber als widerlegt: In einem Dokument vom 22. Februar 1557 wird Lysbeth, die Ehefrau des Malers, ausdrücklich als seine Witwe bezeichnet – Marinus van Reymerswale muss also zu diesem Zeitpunkt bereits tot gewesen sein und kann deshalb kaum an den Middelburger Bilderstürmen von 1566 mitgewirkt haben. Immerhin legt das berühmte Schilder-Boeck des Chronisten Karel van Mander nahe, dass sich Marinus zumindest zeitweilig in Middelburg aufgehalten hat. Nachdem seine Heimatstadt Reimerswaal in den 1530er-Jahren von mehreren Flutkatastrophen verheert und vom Festland abgeschnitten worden war, übersiedelte Marinus van Reymerswale nach Goes.

Marinus van Reymerswale starb um das Jahr 1546 herum vermutlich in Goes.

© Kunsthaus Lempertz

Marinus van Reymerswale Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Marinus van ReymerswaleDer Geldverleiher€325.000
Marinus van Reymerswale, WerkstattDER HL. HIERONYMUS IN DER STUDIERSTUBE€34.160

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