George Romney

Geburtsdatum/-ort

1734 Dalton-in-Furness

Todestag/-ort

1802 Kendal

Das 18. Jahrhundert wusste, was die Nachwelt zeitweise vergessen hat: George Romney gehörte zu den größten Porträtmalern seiner Zeit, war ein unangefochtener Meister seines Fachs. Kein anderer Porträtist zeigte seine Modelle so aufrichtig und stark, so tiefsinnig und integer – mancher Betrachter hätte sich womöglich mehr Idealisierung und Verbrämung gewünscht.

Ausbildung in der väterlichen Werkstatt und bei Christopher Steele

George Romney wurde am 15. Dezember 1734 in Dalton-in-Furness in der englischen Grafschaft Cumbria geboren. Er war nicht der einzige Künstler in seiner Familie, bereits sein Vater John Romney arbeitete als Kunsttischler und auch sein jüngerer Bruder Peter Romney betätigte sich bis zu seinem frühen Tod als Maler. George Romney erhielt wie auch sein Bruder seine erste Unterweisung in der väterlichen Werkstatt in Kendal, später wurde er Schüler von Christopher Steele, einem ebenfalls dort ansässigen angesehenen Porträt- und Genremaler. Nach seiner Hochzeit im Jahr 1756 gründete er sein eigenes Atelier. Weil die Entfaltungsmöglichkeiten in Kendal sich als unzureichend erwiesen, ging George Romney fünf Jahre später ohne seine junge Frau und seine beiden kleinen Töchter nach London, um sich dort ein größeres Publikum zu erschließen. Der Wunsch des Malers erfüllte sich, bald war er in der englischen Hauptstadt für seine hohe Kunstfertigkeit bekannt und geschätzt.

Europareise mit Ozias Humphrey, große Erfolge in London

George Romney befreundete sich mit seinem Kollegen Ozias Humphrey, der 1772 einige seiner Werke an die englische Krone verkauft hatte. Gemeinsam unternahmen sie eine ausgedehnte Reise, die sie über Paris und Nizza nach Florenz und Rom führte. Dort betrieben die beiden Maler umfassende Kunststudien, ehe sie im Jahr 1777 über die Schweiz und Frankreich nach England zurückkehrten. George Romney ließ sich wieder in London nieder und nahm seinen Wohnsitz in dem früheren Haus des berühmten Pioniers der Pastellmalerei, Francis Cotes, der wenige Jahre zuvor verstorben war. Spätestens jetzt hatte sich Romney als Maler etabliert und wurde von der Londoner Öffentlichkeit in einem Atemzug mit Thomas Gainsborough, William Hogarth und Joshua Reynolds genannt, die allesamt als die bedeutendsten englischen Künstler des 18. Jahrhunderts galten. An Ehrungen mangelte es nicht, die Royal Academy of Arts prämierte sein Bild The death of General Wolfe und die Society of Arts lud ihn zu ihren Ausstellungen ein.

Die letzten Lebensjahre George Romneys waren von Krankheit gezeichnet

George Romney porträtierte die Größen seiner Zeit, darunter auch Emma Lyon, die später als Lady Hamilton und Mätresse von Englands großem Seehelden Horatio Nelson zweifelhafte Berühmtheit erlangte. Für die Shakespeare Gallery des Kupferstechers und Kunsthändlers John Boydell schuf Romney mehrere Auftragsarbeiten, außerdem baute er sich selbst eine umfangreiche Kunstsammlung auf, die zu einem großen Teil aus Abgüssen römischer Antiken bestand, die der Medailleur und Bildhauer John Flaxman im Auftrag des Malers angefertigt hatte. Trotz all dieser Erfolge litt George Romney in seinen letzten Lebensjahren zunehmend unter Depressionen und fand in der Kunst nicht mehr die gewohnte und ersehnte Erfüllung. Nach seinem 65. Geburtstag gab er seine künstlerische Tätigkeit vollständig auf, kündigte seine Wohnung in London und kehrte zu seiner Familie nach Kendal zurück, wo er von seiner schweren Krankheit gezeichnet am 15. November 1802 starb. Während George Romney zu Lebzeiten als unangefochtener Meister galt, entwickelte sich die spätere Rezeption wechselhaft und nicht immer zu seinem Vorteil; erst in jüngerer Zeit schickt sich die Kunstwelt wieder an, die ausdrucksstarken, lebensnahen Porträts des großen Briten zu würdigen.

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© Kunsthaus Lempertz