Große neogotische Turmmonstranz

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Große neogotische Turmmonstranz

Silber; vergoldet. Sechspassiger Fuß mit feinen Fleur-de-lys-Gravuren und sechs aufgelegten Emailmedaillons, die Kreuzigung, die vier Evangelisten und die Muttergottes darstellend. Zwischen zwei kantigen Schaftstücken ein gedrückter Nodus, die Rotuli mit Amethystcabochons in Zargenfassungen. Das zylindrische Expositorium in großer Maßwerkarchitektur mit graviertem Mauerwerk, Kreuzblumen, Fialen und Wasserspeiern. In zwei Nischen rechts und links des Schaugefäßes Seraphim als Wächterfiguren. Darüber, auf einer Kuppel mit diamantbesetztem Christusmonogramm, eine fein ziselierte Herzjesu-Figur, umgeben von einer Strahlenmandorla und flankiert von adorierenden Engeln unter hoch aufragendem Wimperg. Zu seinen Füßen kniet eine weibliche Heilige in Ordenstracht, möglicherweise die hl. Theresa oder Scholastika; darüber ein graviertes Schriftband "Sanctum Cor Jesu Dulce". Die gesamte Architektur schmücken zahlreiche Diamanten (zus. ca. 3,6 ct.), Perlen, Saphire, Rubine, Türkise, Amethyste, Granate und Opale. Marken: Feingehaltstempel 900, MZ Edouard Bourdon (Gent ab 1888), Vertriebsmarke BOURDON GAND, Datierungsstempel 1892. H ca. 82; B 25 cm, Gewicht 4225 g.
Gent, Edouard Bourdon, 1892.

Das Atelier Bourdon zählt zu den berühmtesten belgischen Silberschmieden des 19. und 20. Jahrhunderts und belieferte Auftraggeber aus Adel und Klerus über die Landesgrenzen hinaus. Nach der Teilnahme an den Weltausstellungen von 1867 (Paris), 1873 (Wien) und 1878 (Paris) erhielt Firmengründer Armand Bourdon d. Ä. den Titel eines königlichen Hofgold- und Silberschmiedes, bevor er 1888 die Geschäfte an seinen Sohn Edouard übergab. Die neogotischen Werke der Bourdons waren nicht nur gefragtes Kunsthandwerk höchster Qualität, sondern wurden auch im Kontext der kunsthandwerklichen Reform bereits zu ihrer Entstehungszeit als eigenständige Kunstwerke von Rang erkannt. Zu unserer eindrucksvollen Monstranz hat sich die originale, maßstabgerechte Entwurfszeichnung erhalten, die den Stempel des gleichfalls berühmten Ateliers Bressers-Blanchaert aus Maltebrugge trägt, mit dem das Haus Bourdon eng zusammenarbeitete.

Zertifikat

Ein Sachverständigengutachten zu den verarbeiteten Edelsteinen liegt vor.

Literaturhinweise

Ten Bokum u. a. (Hg.), Bourdon 1811 - 1967, Kat. zur Antwerpener Ausstellung.

Ausstellung

Bourdon 1811 - 1967, Zilvermuseum Sterckshof, Antwerpen 2002.

Lot 861 Dα

Schätzpreis:
28.000 € - 30.000 €