Standuhr nach David Roentgen

Standuhr nach David Roentgen - image-1
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Standuhr nach David Roentgen

Kirsche, Eiche, weißes Emailzifferblatt mit schwarzen und purpurnen arabischen Zahlen, gewölbtes Glas, zwei durchbrochen gesägte vergoldete Zeiger, ein gebläuter Zeiger, Messing, Schmiedeeisen. Wohl Vierwochenläufer mit Stundenschlag auf Glocke Metronomform mit zwei Fenstern auf der Korpusfront, vier Zapfenfüße aus Eiche, bekrönend ein profiliertes Dreieck, mittig ein Lotfaden. Verfüllte Chips und Risse am Email, Pendellinse, Gewichte und Rosettenbschläge ersetzt, Aufsätze verloren, Kratzer auf der Front. H 221, B 62,5, T 22 cm.
Ende 18. Jh., das Werk wohl Schweiz.

Josef Maria Greber unterscheidet in seiner großen Arbeit über die Roentgenwerkstatt sieben Uhrentypen. Die hier vorgestellte Standuhr entspricht dem schlichtesten, aber aus unserer heutigen Sicht auch modernsten Typus. Der Aufriss ist der eines abgestuften Obelisken und wurde mit unterschiedlichen Aufsätzen angeboten. Die Form wird auch als Metronom bezeichnet, das Instrument, das dem Musiker das Tempo vorgibt und dessen heute noch verbindliche Gehäuseform tatsächlich ungefähr in dieser Zeit entstand. David Roentgen hat sich also für ein naheliegendes und gleichzeitig progressives Design entschieden, das sehr erfolgreich produziert wurde. Es gibt zahlreiche Vergleichsstücke, einige mit üppigen Bronzeapplikationen, in großen Sammlungen, z.B. im Museum für Angewandte Kunst Köln, ehemals aus dem Besitz des Prinzen Georg von Sachsen-Meiningen, aber auch im Württembergischen Landesmuseum, in Schwerin, Weimar, Leipzig, Coburg - und zumindest eines kam auch mit der russischen Lieferung nach Pawlowsk. Die hier gezeigte Uhr orientiert sich an diesen Exemplaren.

Literaturhinweise

Vgl. Greber, Abraham und David Roentgen, Möbel für Europa I, Starnberg 1980, S.252 f.
Vgl. Fabian, Kinzing + Roentgen Uhren aus Neuwied, Bad Neustadt 1983, Nr. 60 ff.
Vgl. Fabian, Abraham und David Roentgen, Das noch aufgedundene Gesamtwerk ihrer Möbel- und Uhrenkunst, Bad Neustadt 1996, Nr. 421 ff.
Vgl. Colsman, Möbel, Die Sammlung im Museum für Angewandte Kunst Köln, Stuttgart 1999, S, 308 f.
Zur Form: Koeppe, Extravagant Inventions, New York 2012, S. 188.

Lot 1199 Dα

Schätzpreis:
15.000 € - 20.000 €

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