Liotard, Jean Etienne

Geburtsdatum/-ort

22. Dezember 1702 in Genf

Todestag/-ort

12. Juni 1789 in seiner Geburts- und Heimatstadt Genf

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Jean Etienne Liotard beeindruckte seine Zeitgenossen durch seine lebenswirklichen Porträts, deren Detailtreue die Porträtierten zuweilen erschreckte und den britischen Kunstkenner Horace Walpole zu dem zweischneidigen Lob veranlasste, der Schweizer Künstler zeige viel Wahrheit, aber wenig Grazie. Dem internationalen Erfolg des Malers hat dieser Umstand nicht geschadet.

Jean Etienne Liotard - Nach anfänglichen Rückschlägen große Erfolge als Porträtmaler

Jean Etienne Liotard wurde am 22. Dezember 1702 in Genf geboren. Als Sohn eines Juweliers wuchs er in begüterten Verhältnissen auf und besaß genügend Muße, um sich künstlerisch zu betätigen. Die erste Ausbildung erhielt er in Genf bei dem Miniaturenmaler Daniel Gardelle; 1723 wurde er Schüler des Miniaturen- und Historienmalers Jean-Baptiste Massé in Paris, bei dem er bis 1736 blieb. Im Jahr zuvor hatte der Künstler eine schmerzliche Kränkung hinnehmen müssen, als die Académie royale de peinture et de sculpture sein biblisches Historiengemälde zurückwies. In der Folge verlegte sich Jean Etienne Liotard auf die Porträtkunst, in welcher er es durch großen Detailreichtum und eine lichte Farbgestaltung schnell zu einem angesehenen Meister brachte. Der französische Diplomat Marquis de Puysieux ermöglichte Jean Etienne Liotard eine Studienreise nach Rom, wo der junge Maler nicht nur die alten Meister, sondern auch das Werk von Antonio da Correggio studierte. Auf dieser Reise lernte Liotard auch William Ponsonby kennen, mit dem er 1738 eine große Orientreise unternahm.

Ein Malerfürst mit exzentrischer Attitüde

Jean Etienne Liotard lebte von 1738 bis 1743 in Konstantinopel, kleidete sich in der Landestracht und behielt sein orientalisches Erscheinungsbild auch bei, als er wieder in die Heimat zurückkehrte, was ihm den Spitznamen der Türke eintrug. Mit seiner exotischen Gewandung, die Turban und einen langen Bart einschloss, wurde Jean Etienne Liotard in Wien zu einer schillernden und wohlbekannten Erscheinung. Zu seinen regelmäßigen Auftraggebern gehörte die Kaiserin Maria Theresia persönlich; während dieser Jahre entstand auch eines seiner berühmtesten Werke, die auf Pergament gefertigte Pastellmalerei Das Schokoladenmädchen. Das Bild bewegte seinen ersten Käufer, den italienischen Schriftsteller und Grafen Francesco Algarotti, zu überschwänglichen Lobeshymnen und entfaltete eine beträchtliche Nachwirkung; im 19. Jahrhundert wurde es zum Markenzeichen mehrerer Kakao- und Schokoladenfabrikanten. Heute ziert es die berühmte Gemäldegalerie Alter Meister in Dresden. Als der hochgeschätzte Liotard Wien endgültig verließ, verehrte ihm die untröstliche Maria Theresia kostbare Geschenke.

Hochbezahlter Großmeister der Pastell-Porträtmalerei

Jean Etienne Liotard erwies sich als äußerst geschäftstüchtig und brachte es mit seiner Kunst zu erheblichem Wohlstand. 25 Guineas soll er für einen Kopf in Pastell bekommen haben – so berichtet es jedenfalls sein britischer Malerkollege Joshua Reynolds, der zwar an Liotards Auftreten gehörig Anstoß nahm, jedoch nicht umhinkonnte, die vollendete Meisterschaft des eigenwilligen Schweizers anzuerkennen. Als Pastell-Porträtmaler war Liotard nahezu konkurrenzlos, lediglich in dem Franzosen Maurice Quentin de La Tour erwuchs ihm ein ebenbürtiger Rivale. In späteren Jahren wandte sich Jean Etienne Liotard dem Stillleben zu, wobei er sich im Gegensatz zu seinen vorherigen, immens aufwendigen und deshalb vielbewunderten Arbeiten auf stark vereinfachte Kompositionen einließ. Damit sein Publikum beim Betrachten der Bilder nicht auf falsche Gedanken kam, vermerkte er kurzerhand seinen Namen und sein Alter besonders deutlich.

Jean Etienne Liotard starb am 12. Juni 1789 in seiner Geburts- und Heimatstadt Genf.

© Kunsthaus Lempertz

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