Georges Seurat

Geburtsdatum/-ort

1859 Paris

Todestag/-ort

1891 Paris

Georges Seurat schuf aus Licht und Farbe eine neue Stilrichtung in der Malerei, den Pointillismus. Für den französischen Künstler zählte nicht das Erfassen und Festhalten eines bestimmten, vergänglichen Augenblicks, sondern eine sorgfältige geometrische Komposition, die losgelöst von Zeit und Geschmack bestehen konnte.

Georges Seurat - Das Gesetz der Farbe als wichtiger Schlüsselbegriff

Georges Seurat wurde am 2. Dezember 1859 in Paris geboren. Sein Vater, ein Gerichtsdiener im Ruhestand, hatte es zu Wohlstand gebracht und sich in das Sommerhaus der Familie nach Le Raincy zurückgezogen. So wuchs Georges Seurat in erster Linie bei seiner Mutter Ernestine Faivre auf, die der Pariser Mittelschicht entstammte. Sein Onkel, der Textilhändler und Amateurmaler Paul Haumonté-Faivre, vermittelte ihm die Grundlagen der Malerei. Zusätzlich nahm Seurat bei dem Bildhauer Justin Leqquien Unterricht im Zeichnen. Bei dieser Gelegenheit lernte er Edmond Aman-Jean kennen, den späteren Meister des Fin de siècle und Gründer des Salon des Tuileries. Ab 1878 studierte Georges Seurat an der École des Beaux-Arts Malerei bei Henri Lehmann, einem früheren Schüler von Jean-Auguste-Dominique Ingres. Während seiner Studienzeit stieß er auf das Buch Grammatik der Zeichenkünste des Kunsttheoretikers Charles Blanc und fand darin die These, dass auch die Farbe bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Dieser Gedanke sollte für die weitere künstlerische Entwicklung von Georges Seurat eine bedeutende Rolle spielen.

Freundschaft mit Paul Signac, Entwicklung des Pointillismus

Nach dem Besuch einer impressionistischen Ausstellung, auf der Werke von Edgar Degas, Claude Monet und Camille Pissarro zu sehen waren, entschloss sich Georges Seurat, die École des Beaux-Arts vorzeitig zu verlassen. Die überkommenen akademischen Lehren schienen ihm für seine eigene Entwicklung nicht länger von Belang, und er sollte damit recht behalten. Noch während seines Militärdienstes betrieb er weitere theoretische Vorarbeiten, las David Sutters Die Phänomene des Sehens und beschäftigte sich mit den Farbtheorien von Eugène Chevreul und Ogden Nicholas Rood. Er studierte die Experimente von Eugène Delacroix und wurde so zu einem der größten Kenner für optische Besonderheiten in der Kunst. Weil sein erstes großes Gemälde, Un baignade, Asnières (Die Badenden, Asnières), vom Pariser Salon abgelehnt wurde, stellte er fortan bei der Societé des Artistes Indépendants aus. Dabei fand er in Paul Signac einen geistesverwandten Mitstreiter, mit dem er nicht nur enge Freundschaft schloss, sondern auch eine neue Stilrichtung der Malerei, den Pointillismus, entwickelte.

Die Suche nach der absoluten Harmonie in der Kunst

Georges Seurat gelang es zu Lebzeiten nie, ein großes Publikum für sich einzunehmen oder viele Bewunderer um sich zu scharen. Der Gesamtumfang seines Oeuvres nimmt sich im Vergleich zu anderen berühmten Künstlern eher bescheiden aus, ist aber für die Kunstgeschichte von allergrößtem Wert. Gemeinsam mit Charles Angrand, Albert Dubois-Pillet, Maximilien Luce und seinem Freund Signac trieb Seurat den Neuimpressionismus voran und übte mit seinen Theorien beträchtlichen Einfluss auf die nachfolgenden Avantgardisten aus. Seurat hörte nie damit auf, zu experimentieren, war beständig auf der Suche nach einer absoluten Harmonie in der Kunst, die einer Prüfung durch die Geschichte standhalten und der Vergänglichkeit trotzen würde. Verheiratet war Seurat nie, aber mit seiner Geliebten Madeleine Knobloch hatte er den gemeinsamen Sohn Pierre Georges. Georges Seurat starb am 29. März 1891 in seiner Geburts- und Heimatstadt Paris an Diphtherie.

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