Gabriele Münter - Kruzifix

Gabriele Münter - Kruzifix - image-1
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Gabriele Münter

Kruzifix
1908

Öl auf Karton 41 x 33 cm Unter Glas gerahmt. Unten rechts schwarz monogrammiert und datiert 'MÜ.08." (M und Ü ligiert). Rückseitig zusätzlich mit Bleistift signiert, datiert und betitelt 'Münter 1908 Kruzifix' sowie mit dem Nachlass-Stempel "GABRIELE MÜNTER NACHLASS" versehen.

Im Sommer 1908 kamen Gabriele Münter und Wassily Kandinsky erstmals nach Murnau an den Staffelsee. Begeistert von der malerischen Lage und unvermittelten Kulisse der Alpen verbrachten sie hier gemeinsam mit Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin einen ersten sechswöchigen Studienaufenthalt, den Münter als Phase von höchster Produktivität erlebte: „Die erste Studienzeit dort, im Spätsommer 1908 war ich voll von Bildern des Ortes und der Lage und warf sie hin auf Pappen von 41 x 33 cm. Immer mehr erfaßte ich die Klarheit und Einfachheit dieser Welt.“ (Gabriele Münter über sich selbst, handschriftliche Notiz, GM-JE-St., Kon.14, zit. nach: Annegret Hoberg, Gabriele Münter in München und Murnau 1901-1914, in: Annegret Hoberg und Helmut Friedel, Gabriele Münter. 1877-1962, München 1992, S. 31)
Münter fand die Motive ihrer frühen Murnauer Arbeiten in Gartenansichten, blumengeschmückten Toren oder dem Grabhügel an der Murnauer Pfarrkirche. Von Jawlensky erhielt sie die Anregung, sich beim Malen auf Ausschnitte zu konzentrieren um so zu einer Verdichtung des jeweiligen Motivs zu gelangen (vgl. ebenda S. 32). Die vorliegende Arbeit zeigt, dass sie diesen Rat gern annahm. Wie nachhaltig der ornamental anmutende Ausschnitt des von zwei Bäumen flankierten Kruzifix die Künstlerin beindruckt haben muss, unterstreicht eine zweite, nahezu identische Fassung des Motivs. Das im selben Jahr entstandene „Kruzifix im Friedhof“ befindet sich heute in den Beständen der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung

Lot 306 D

Schätzpreis:
80.000 € - 100.000 €